Berlin : Buch der Buddy-Bären

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Ihr Werk. Das Kinderbuch von Manon Kahle wird groß gelobt. Foto: Doris S.-Klaas
Ihr Werk. Das Kinderbuch von Manon Kahle wird groß gelobt. Foto: Doris S.-Klaas

Da blitzt es aus den grünblauen Augen, wenn sie die Berliner Vorzüge aufzählt: „Eine wunderbare Mischung aus Kultur, Stadtleben und Natur“ sei das hier, „die Stadt bietet viel, doch wer Ruhe sucht, kann auch sie finden, am Rand oder mittendrin“. Manon Kahle, die amerikanische Schauspielerin und Illustratorin, schwärmt von ihrer zweiten Heimat, weil sie – mit gerade einmal dreißig Jahren – schon schöne Vergleiche ziehen kann: New York sei zu hektisch, und im teuren Paris fehle die Zeit, weil man, um über die Runden zu kommen, mehreren Jobs verpflichtet sein muss. „In Berlin ist man von Wedding, wo ich wohne, in zwanzig Minuten mit dem Fahrrad auf dem Land.“

Gut und schön, aber wie und warum kommt die Frau aus Putney/USA an die Spree? Wegen der Liebe! „Ein Mann“, sagt sie, „hat mich hergelockt“. Ulli heißt er, ein Berliner Jazzmusiker, der als Austauschstudent der 18-jährigen Manon in den USA begegnet war. FünfJahre später heiraten die beiden und fliegen 2003 nach Berlin. Die Amerikanerin hat ihren „Bachelor of Arts“ vom Smith-College Massachusetts im Gepäck, studierte außer Schauspiel Grafikdesign, Französisch, tanzt, steppt, singt, spielt Geige und Klavier und spricht mittlerweile so gut Deutsch, dass sie gern für Fernsehspiele und -serien gebucht wird. Im ersten deutschen 3-D-Film („The forbidden girl“) hat sie eine Nebenrolle und würde gern „starke Frauen“ spielen statt Biester. So zerbrechlich sie auch wirkt – im Kreuzberger „Actors Space“ von Mike Bernardin trainiert sie begeistert in Szenenspielen für dieses Ziel.

Und dann kommt plötzlich noch eine ganz andere Variante: Manon Kahles Name prangt auf dem bunten Titel eines neuen Kinderbuches aus Berlin. „Die Buddy Bären und der schneeweiße Elefant“ ist eine lustige Story, die Buddy-Bär-Erfinder Klaus Herlitz einst als Gute-Nacht-Geschichte seinen Kindern erzählt hatte und die nun mit bunten Bildern zeigt, wie die Bärenfamilie den so ganz anders gearteten Elefanten als großen Kumpel akzeptiert. Für diese Toleranzgeschichte hat Manon Kahle sehr lustige, knallbunte originelle Bilder gezeichnet, in fünf Monaten Malarbeit wurden die Buddys lebendig, machen allerlei Faxen, können viel mehr als Handstände, sind mal naiv, mal ratlos, aber immer fröhlich – wie der „schneeweiße große Berg auf vier Beinen mit seinem langen Rüssel“.

Zu den Bewunderern des Werkes gehören mittlerweile Filmproduzent Artur Brauner, Pfarrer Bernd Siggelkow von der „Arche“, die einen Teil vom Verkaufserlös erhält, und Neuköllns Bürgermeister Heinz Buschkowsky, der das Buch als „extrem kindertauglich und ziemlich arbeitgeberfeindlich“ bezeichnet: „Bevor nicht alle meine Bürodamen es ausgelesen hatten, war an keinen geordneten Dienstbetrieb mehr zu denken, so sehr zog es alle in seinen Bann“. Manon Kahle wird noch ein bisschen rot, wenn ihre Arbeit so sehr gelobt wird. Lothar Heinke

„Die Buddy Bären und der schneeweiße Elefant“ von Klaus Herlitz. 12,95 Euro. Mehr Details: www.buddy-baer.com.

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