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Bündnis gegen Homophobie : Kardinal Woelki lehnt Nominierung für "Respektpreis" ab

12.10.2012 16:35 Uhrvon
Berlins Erzbischof, Rainer Maria Woelki. Foto: dpaBild vergrößern
Berlins Erzbischof, Rainer Maria Woelki. - Foto: dpa

UpdateEs wäre eine ungewöhnliche Würdigung für einen katholischen Kardinal gewesen: Das Berliner Bündnis gegen Homophobie hatte den Berliner Erzbischof Rainer Maria Woelki für den "Respektpreis 2012" nominiert - doch der lehnt ab.

Rainer Maria Woelki hat die Nominierung für den "Respektpreis 2012" des Bündnisses gegen Homophobie abgelehnt. Für ihn sei als katholischer Christ die Achtung aller Menschen selbstverständlich, sagte er gegenüber der Nachrichtenagentur KNA. Für Selbstverständlichkeiten wolle er sich nicht auszeichnen lassen.

Es wäre eine ungewöhnliche Würdigung gewesen: Noch als Woelki im Sommer 2012 zum Erzbischof ernannt wurden, äußerten manche die Befürchtung, mit ihm komme ein "Hardliner", der zu einer Stadt wie Berlin nicht recht passe. Bereits kurz nach seiner Nominierung hatte Woelki allerdings angekündigt, mit allen gesellschaftlichen Gruppen der Hauptstadt ins Gespräch kommen zu wollen – auch mit Lesben und Schwulen.

Ein Jahr später zeigt sich: Offensichtlich hat das geklappt.

In der Begründung für die Nominierung nahm das Bündnis auch auf einen Text über Woelki Bezug, der im Tagesspiegel erschien. Darin wird der Kardinal mit folgenden Worten zitiert: ""Ich halte es für vorstellbar, dass dort, wo Menschen  Verantwortung  füreinander übernehmen, wo sie in einer dauerhaften homosexuellen Beziehung leben, dass das in ähnlicher Weise zu heterosexuellen Partnerschaften anzusehen ist." In der Begründung des Bündnisses gegen Homophobie heißt es nun, Rainer Maria Kardinal Woelki sei die erste hochrangige Persönlichkeit der Katholischen Kirche, die sich öffentlich für ein neues Miteinander mit Homosexuellen in der Gesellschaft ausspreche. "Darüber hinaus traf Woelki bereits im September 2011 als erster katholischer Erzbischof in Deutschland offiziell mit dem Lesben- und Schwulenverband zu Gesprächen zusammen. Damit hat Woelki das seit Jahrzehnten angespannte Verhältnis seiner Kirche zu Lesben und Schwulen durchbrochen und das Fundament für weiteren Austausch und konstruktiven Dialog geschaffen."

Offenbar soll die Nominierung auch als Ermunterung verstanden werden - denn es heißt, mit einer Auszeichnung könnten Woelkis Bemühungen "weiter vorangetrieben werden". Der Erzbischof aber gibt sich vorerst schmallippig: Sein Pressesprecher sagt, man wolle die Nominierung nicht kommentieren.

Initiator des Bündnisses gegen Homophobie ist der Berliner Lesben- und Schwulenverband (LSVD). Dem Bündnis gehören zahlreiche weitere Verbände und auch Unternehmen an, Schirmherr ist der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit. Für den Respektpreis sind neben Woelki drei weitere Personen nominiert: die Kabarettistin Gabi Decker, der Buchautor David Berger und die Bürgerrechtlerin Seyran Ates. Der Preis wird am 4. Dezember in Berlin verliehen.

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