Bürgerinitiative Mahlow : „Wir haben noch mehr Fluglärm abzugeben“

Frau Zentgraf-Gerlach, Sie sind Sprecherin der Bürgerinitiative Mahlower Schriftstellerviertel. Nach dem Urteil des Oberverwaltungsgerichts werfen Ihnen Anwohner anderswo, die jetzt vielleicht betroffen sind, Egoismus vor.

Wenn der Kampf für einen Rest an Lebensqualität egoistisch ist, dann stimmt das wohl, ist aber sehr heuchlerisch. Blankenfelde-Mahlow wird bei Ostwind täglich 19 Stunden lang überflogen. Es muss ja wohl erlaubt sein, dass die Betroffenen dafür kämpfen, nicht in zehn Jahren an Herzinfarkt, Schlaganfall oder Krebs zu sterben.

Auch auf Kosten der Nachbarn?

Wir sind von Nachbarn umgeben, die nicht ein Bruchteil dessen schultern wollen, was sie uns aufgebürdet haben.

Das waren doch nicht die Nachbarn.

Doch. Auf der Sitzung der Fluglärmkommission im März 2011 haben sich alle anderen darauf geeinigt, dass auf der Geradeausstrecke alle Anflüge und Abflüge über Blankenfelde-Mahlow gehen.

Ist da die Entlastung durch das aktuelle Urteil nicht eher gering?

Bisher geht es nur um drei Nachtstunden bei Westwind. Das ist wenig, aber ein Anfang. Wir haben noch viel mehr Fluglärm abzugeben.

– Das Interview führte Sandra Dassler.

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