Bund fördert weiter : Die S 21 zu bauen lohnt sich – ein bisschen

Im Bereich des Hauptbahnhofs muss für den Bau der S 21 aber stark nachgebessert werden. Es droht ein langes Provisorium.

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Grafik: TSP/Bartel

Knapp geschafft. Die S 21 genannte S-Bahn-Verbindung vom Nordring zum Hauptbahnhof und dann zum Potsdamer Platz kann weitergebaut werden. Das Projekt bleibe trotz einer enormen Kostensteigerung förderwürdig, teilte das Bundesverkehrsministerium jetzt auf eine Kleine Anfrage der Bundestagsfraktion der Grünen mit. In einer neuen Nutzen-Kosten-Untersuchung habe das Vorhaben, das bereits in Bau ist, einen Wert von 1,15 erhalten. Um gefördert zu werden, ist mindestens ein Wert über 1 erforderlich

Nachdem die Kosten zunächst um rund 90 Millionen Euro gestiegen waren, hatte das Verkehrsministerium eine neue Rechnung verlangt. Veranschlagt waren für den ersten Abschnitt vom Nordring zum Hauptbahnhof zunächst 190 Millionen Euro. Inzwischen rechnet man mit 319 Millionen Euro. Beim Bauen hat es unerwartete Probleme gegeben, weil man beim Bau des Hauptbahnhofs zwar Vorleistungen für den Tunnel der S 21 mit errichtet, aber nicht wie erforderlich ausgeführt hat. Deshalb muss jetzt im Bereich des künftigen Bahnsteigs der S 21 unter dem Hauptbahnhof kräftig – und aufwendig – nachgearbeitet werden.

Die Bahn will ein Provisorium, die Grünen nicht

Um die Stummelstrecke trotzdem in Betrieb nehmen zu können, will die Bahn einen Behelfsbahnsteig bauen, der vor dem Bahnhof liegt und nur kurze Züge zulässt. Deshalb soll es vorläufig nur einen Pendelverkehr mit einem Vier-Wagen-Zug zwischen Gesundbrunnen und dem Behelfsbahnsteig geben, und zwar frühestens 2019.

Dagegen spricht sich der Grünen-Abgeordnete Stefan Gelbhaar aus dem Abgeordnetenhaus aus. Ein solches Provisorium koste nur weiteres Geld und habe keinen verkehrlichen Nutzen. Sinnvoller sei es, die Strecke erst zu eröffnen, wenn auch der anschließende Abschnitt bis zum Potsdamer Platz gebaut ist. Erst dann rechtfertigt sich nach der Nutzen-Kosten-Rechnung auch der Bau.

Hier liegen die veranschlagten Kosten nach Angaben des Verkehrsministeriums derzeit bei 163 Millionen Euro, 41 Millionen Euro über dem bisherigen Etat mit Preisstand von 2006.

Bei der aktualisierten Nutzen-Kosten-Rechnung sei der Bau eines Bahnhofs Perleberger Brücke nicht berücksichtigt, sagte die Sprecherin der Senatsverkehrsverwaltung, Petra Rohland. Mit dieser Variante werde es aber eine weitere Untersuchung geben, die nächstes Jahr vorliegen solle.

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