BURSCHENSCHAFTEN : Einst freiheitlich, heute deutschtümelnd

Die erste Burschenschaft wurde 1815 in Jena gegründet. Heute gibt es im deutschsprachigen Raum rund 300 studentische Verbände, die sich auf die Traditionen und Werte der „Urburschenschaft“ (Ehre, Freiheit, Vaterland) beziehen. Allerdings ging der liberale, nach nationaler Einheit drängende Ursprung der Burschenschaften, die 1848 eine treibende Kraft der demokratischen Revolution waren, nach der Reichsgründung 1871 großenteils verloren. Reaktionäre, monarchistische, auch antisemitische Einflüsse gewannen die Oberhand. Die meisten Verbände sind immer noch schlagend, sie pflegen den streng reglementierten Fechtkampf (Mensur), sind konservativ und deutschtümelnd. Burschenschaften sind Männersache, Mitglieder der seltenen Damenverbindungen werden abfällig „Tittenbuxe“ genannt. za

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