BVG teste neue Busmodelle : Testbus der BVG darf nicht abfahren

Der heute vorgestellte britische Testbus braucht eine Ausnahmegenehmigung. Die Premierenfahrt vor der englischen Botschaft wurde untersagt.

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Am Mittwoch hat die britische Firma Alexander Dennis ihren Bus "Enviro 500" vor der britischen Botschaft in Berlin vorgestellt.
Am Mittwoch hat die britische Firma Alexander Dennis ihren Bus "Enviro 500" vor der britischen Botschaft in Berlin vorgestellt.Foto: Mike Wolff

Die Poller blieben oben. Auch der britische Botschafter Sir Sebastian Wood schaffte es am Mittwoch nicht, einen Doppeldeckerbus mit Fahrgästen vor der Botschaft auf der seit 2003 abgesperrten Wilhelmstraße in Mitte abfahren zu lassen. Aber nicht die Sicherheitsanforderungen bremsten den Bus: Es war die deutsche Genehmigungsbehörde für Busfahrten. Das Fahrzeug ist ein für Nordamerika gebautes Modell des britischen Herstellers Alexander Dennis Ltd. (ADL), das die BVG, wie berichtet, in den nächsten Wochen testen will. Und die vorgesehene Premierenfahrt mit geladenen Gästen sei kurzfristig nicht genehmigt worden, bedauerte der Botschafter, der deshalb nur einen stehenden Bus vorstellen konnte.

BVG-Bus-Chef Martin Koller ist aber zuversichtlich, dass die Testfahrten kurzfristig genehmigt werden. Wahrscheinlich mit einer Auflage: Der Bus braucht einen Beifahrer. Er soll dem Fahrer signalisieren, wenn das Heck des 12,93 Meter langen Busses bei Kurvenfahrten so auszuschwenken droht, dass es zu einem Unfall kommen könnte. Neben der Länge ist auch wegen der Höhe des Doppeldeckers eine Ausnahmegenehmigung erforderlich. Die Doppeldecker der BVG sind 4,06 Meter hoch, der Brite kommt auf 4,115 Meter, wovon Fahrgäste vor allem im Oberdeck profitieren. Die BVG hatte vor Jahren sogar 4,12 Meter hohe Doppeldecker beschafft, doch dies werde heute nicht mehr genehmigt, ist Koller überzeugt.

Bilder vom neuen Testbus der BVG
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1 von 6Foto: Mike Wolff
14.10.2015 18:12Am Mittwoch hat die britische Firma Alexander Dennis ihren Bus "Enviro 500" vor der britischen Botschaft in Berlin vorgestellt.

Wie viel Türen dürfen es sein?

Die Briten sind in ihrem Angebot flexibel. Sie bieten zwei- oder dreiachsige Busse an, mit zwei oder drei Türen oder Treppen. Der Testbus hat nur eine Treppe und zwei Türen.

Koller hofft, den ADL-Bus zusammen mit Testfahrzeugen, die die BVG von Scania und VDL gekauft hat, auf Linie X 34 zwischen Zoo und Kladow einsetzen zu können. Der VDL-Bus muckt derzeit allerdings noch – wie die vier Elektrobusse der Linie 204 (Südkreuz–Zoo). Wahrscheinlich im nächsten Jahr werde die BVG den Kauf von mehr als hundert Doppeldeckern ausschreiben, sagte Koller. Ob ADL eine Chance hat, wird sich zeigen. Eine deutsche Gesellschaft jedenfalls wird gegründet.

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