Berlin : "Café Pssst!": Kein Freudenhaus am Hotel Berlin

CD/tob

Die prominente Bordell-Betreiberin Felicitas Weigmann gibt ihren Plan auf, mit ihrem "Café Pssst!" in ein Ladenlokal in der Kurfürstenstraße 126 gegenüber dem Hotel Berlin zu ziehen. Wie auf einer Versammlung von Wohnungseigentümern am Mittwochabend deutlich wurde, hatten viele Anwohner Vorbehalte gegen Weigmanns Absicht, die Immobilie von einer Bank zu kaufen. Nach Angaben eines Teilnehmers befürchten sie, dass ihre Wohnungen dadurch an Wert verlieren. Offenbar hatten Eigentümer erwogen, im Falle eines Vertragsabschlusses gegen die Eröffnung des "Pssst!" zu klagen.

Sie wolle sich dort nicht aufdrängen, wo sie "nicht gerne gesehen werde", sagte Weigmann. Sie betreibt derzeit das "Café Pssst!" in der Brandenburgischen Straße in Wilmersdorf. Nachdem Weigmann Ende 2000 gekündigt wurde, begann sie, sich nach einem anderen Standort umzusehen. Sie habe zwei weitere Immobilien in Aussicht, sagte sie. Möglicherweise könne sie sogar in Wilmersdorf bleiben. Ebenfalls am Mittwochabend hatte Weigmann ihr Konzept dem Wirtschaftsausschuss von Tempelhof-Schöneberg vorgestellt. Grüne und SPD äußerten sich positiv. Das Wilmersdorfer "Pssst!" habe "fast Vorbildcharakter", sagte der SPD-Verordnete Alfred Gleitze. Ein kriminelles Umfeld, das sonst typisch für Bordelle sei, gebe es nicht. Die Huren im "Pssst!" arbeiten ohne Zuhälter.

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