Berlin : Carlo Weber soll neuer Chef werden Favorit für Nachfolge beim Verfassungsschutz

Foto: dapd
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Potsdam - Für die Nachfolge von Brandenburgs Verfassungsschutzchefin Winfriede Schreiber, die Ende Mai pensioniert wird, läuft es auf eine Lösung mit Landespersonal hinaus. Zwar will sich das Innenministerium nicht zum Auswahlverfahren für die Leitung der Verfassungsschutzabteilung äußern. Doch nach Tagesspiegel-Informationen aus Kreisen der Justiz und der Landesregierung wird der Leitende Oberstaatsanwalt Carlo Weber aus Frankfurt (Oder) als aussichtsreichster Kandidat gehandelt.

Weber selbst hatte seine Behördenmitarbeiter vor drei Wochen intern informiert, dass er aller Wahrscheinlichkeit nach die Behörde verlassen und nach Potsdam wechseln werde. Eine sichere Bestätigung dafür gibt es nicht. Ministeriumssprecher Ingo Decker sagte: „ Wir äußern uns grundsätzlich nicht zu Personalentscheidungen, bis sie vom Kabinett getroffen worden sind.“ Das soll noch im April der Fall sein.

In Regierungskreisen heißt es, andere Kandidaten seien chancenlos. Nicht mehr dabei sein soll Schreibers Stellvertreter Gordian Meyer-Plath, beim Verfassungsschutz Leiter des Referats „Auswertung politischer Extremismus“, seit Mitte 2012 aber kommissarisch Chef des Landesamtes in Sachsen. Der dortige Chef war wegen des Versagens in der NSU-Affäre zurückgetreten. Meyer- Plath steht für eine neue Generation von Verfassungsschützern und die Öffnung des Dienstes nach außen – und galt intern als Wunschkandidat für Schreibers Nachfolge. Nur steht er als früherer V-Mann- Führer des V-Manns „Piatto“, der eine umstrittene Rolle in der Affäre um die rechtsextremistische Terrorzelle NSU spielte, selbst im Visier der Öffentlichkeit. axf

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