• CDU-Politiker Stefan Evers zu Mieten in Berlin: "Einfachen Leuten den Kauf von Wohnungen erleichtern"

CDU-Politiker Stefan Evers zu Mieten in Berlin : "Einfachen Leuten den Kauf von Wohnungen erleichtern"

Zur Miete wohnen wird in Berlin immer teurer. Die CDU will deshalb, dass mehr Berliner Wohneigentum kaufen. Aber wie soll das gehen? Ein Interview.

von
...dann soll man eben kaufen. Das schlägt die CDU den Berliner Mietern vor.
...dann soll man eben kaufen. Das schlägt die CDU den Berliner Mietern vor.Foto: Claudia Levetzow/dpa

Die Mieten in Berlin steigen und steigen. Die CDU setzt deshalb darauf, dass mehr Berliner Wohneigentum erwerben. Wir sprachen mit dem stellvertretenden CDU-Fraktionschef im Abgeordnetenhaus Stefan Evers darüber.

Der Regierende Bürgermeister Michael Müller will den Immobilienerwerb nicht fördern, Sie aber schon. Warum?

Berlin ist eine Mieterstadt, die Schaffung neuen erschwinglichen Wohnraums bleibt unser höchstes politisches Ziel. Aber die Stadt braucht eine gesunde Mischung. Wohneigentum gehört dazu, und von dessen Erwerb sollte niemand ausgeschlossen sein.

Und die CDU finanziert den Berlinern die Eigentumswohnungen – ist das nicht etwas viel Sozialismus?

Stefan Evers
Stefan EversFoto: Marko Bußmann/promo

Es geht nicht darum, jedem eine Wohnung zu finanzieren, sondern die Hürden auf dem Weg zu den eigenen vier Wänden zu senken. Einfachen Leuten die Bildung von Wohneigentum zu erleichtern, bedeutet Freiheit statt Sozialismus. Die eigene Wohnung ist ein hohes soziales Gut, sie verschafft Sicherheit, ist eine Säule der Altersvorsorge und verleiht individuelle Freiheit.

Vielen fehlt das Geld. Sie geben es Ihnen?

Studien zeigen, dass wegen der dauerhaft niedrigen Zinsen es noch nie so günstig war, eine Wohnung zu finanzieren wie heute. Trotz der hohen Baukosten ist es oft günstiger, eine Wohnung zu kaufen, als sie zu mieten. Das Problem ist häufig das erforderliche Eigenkapital. Hier können wir helfen.

96 Ortsteile, 96 Bilder, 100 Prozent Berlin
Neukölln, Ortsteil Neukölln. Große Güte, was sollen wir denn noch schreiben über Neukölln? Ach, zeigen wir lieber die besten Bilder aus dem hippen/dreckigen/juten, alten Neukölln (je nach Alter und Herkunft).Und stellen zwei knifflige Fragen: In welchem Ortsteil steht das Karstadt am Neuköllner Hermannplatz? Genau, in Kreuzberg (der Bürgersteig ist die Grenze, das überragende Dach gehört zu Neukölln). Und wer sind die beiden Figuren in der Mitte? Das "tanzende Pärchen" steht dort seit den 80ern, erschaffen wurde es von Joachim Schmettau und drehte sich früher sogar mal. Moment: Joachim Schmettau ... Schmettau? Ja, genau, das ist auch der Mann vom markanten Wasserklops am Europa-Center.Weitere Bilder anzeigen
1 von 96Foto: Kitty Kleist-Heinrich
14.01.2016 08:38Neukölln, Ortsteil Neukölln. Große Güte, was sollen wir denn noch schreiben über Neukölln? Ach, zeigen wir lieber die besten...

Mit dem Freibetrag von 100 000 Euro bei der Grunderwerbsteuer, die Justizsenator Heilmann vorgeschlagen hat?

Diesen Vorschlag diskutieren wir in unserem Bürgerdialog. Es gibt auch die Idee, beim Ersterwerb einer selbst genutzten Wohnung in Grenzen auf die Grunderwerbsteuer zu verzichten.

Und der Finanzsenator verzichtet auf Milliarden?

Dabei geht es nicht um Milliardenbeträge. Dem Land entgehen heute vor allem deswegen Einnahmen, weil bei vielen großen Wohnungs-Deals die Grunderwerbsteuer umgangen wird. Das müssen wir abstellen. Allein dadurch hätten wir einen immensen Spielraum für die Unterstützung der Eigentumsbildung von Normalverdienern. Das ist aber vor allem mit dem Bund zu diskutieren, da werden wir Druck machen.

Was kann denn das Land aus eigener Kraft unternehmen?

Mit dem Familienbaudarlehen der landeseigenen Investitionsbank erleichtern wir jungen Familien den Erwerb von Wohneigentum. Dieses Programm wollen wir ausbauen. Man könnte auch die erforderliche Eigenkapitalquote für Wohneigentum senken.

An bezahlbaren Eigentumswohnungen fehlt es aber auch. Die bauen Sie?

Das können wir ändern, indem bei Entwicklungsvorhaben wie der Elisabeth-Aue ein Anteil bezahlbarer Eigentumswohnungen eingeplant wird für Familien, die die Voraussetzungen für ein Familienbaudarlehen erfüllen. Wir sollten auch Genossenschaften oder Baugruppen fördern. Auf unsere Initiative hin hat die Koalition Haushaltsmittel zur Unterstützung von Genossenschaftsgründungen bereitgestellt. Man könnte noch mehr tun, etwa Mietern den Erwerb selbst genutzter Wohnungen von landeseigenen Gesellschaften zu ermöglichen. Diese dürfen aber nicht zum Spekulationsobjekt werden.

Autor

20 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben