Charité in Berlin : Pflegestreik wirkt – Klinik verzeichnet Umsatzeinbußen

Pflegekräfte an der Charité streiken auch am Freitag noch. Die Universitätsklinik kostet der Ausstand mehrere Millionen Euro.

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Streikende Pflegerinnen und Pfleger protestieren noch bis Freitag an der Charité. Foto: Maurizio Gambarini/dpa
Streikende Pflegerinnen und Pfleger protestieren noch bis Freitag an der Charité.Foto: Maurizio Gambarini/dpa

Der Streik an der Charité wird noch bis zu diesem Freitag dauern – und für das Großkrankenhaus bis dahin mehrere Millionen Euro Umsatzeinbußen zur Folge haben. Dies berichten Kenner der landeseigenen Universitätsklinik; eine vom Charité-Vorstand bestätigte Summe gibt es nicht.

Bis zu 500.000 Euro Umsatzeinbußen pro Streiktag

Intern wird mit bis zu 500.000 Euro Ausfällen am Tag gerechnet. Und auch wenn sich pro Tag womöglich weniger als 200 der mehr als 4000 Schwestern und Pfleger beteiligt haben, laufen ohne diese Fachkräfte bestimmte Operationen nicht. Rund 50 Prozent der geplanten Eingriffe seien verschoben worden, teilte der Charité-Vorstand mit.

Notfälle werden auch während Tarifkonflikten immer behandelt. Über die dafür übliche Notdienstvereinbarung, eine Art freiwilliger Vertrag zwischen streikender Gewerkschaft und bestreikter Geschäftsführung, hatte es seit dem Wochenende allerdings Streit gegeben. Erst am Dienstag hat der Charité-Vorstand die von Verdi vorgelegte Vereinbarung unterzeichnet – aus Sicht der Gewerkschaft sollten so zögerliche Pflegekräfte vom Streiken abgehalten werden.

Verdi fordert mehr Personal

Verdi fordert mehr Personal auf den Stationen, das in einer einklagbaren Mindestbesetzung pro Schicht zur Verfügung steht. Schon der 2016 abgeschlossene Tarifvertrag sieht Mindestbesetzungen vor: Doch inwiefern diese auf allen Stationen immer einzuhalten sind, also bei Notlagen, Grippewellen, Ferienzeiten, darüber streiten Verdi und Vorstand. Außerdem sind mit Blick auf den Vertrag von 2016 noch 100 Stellen unbesetzt, allerdings – so der Vorstand – weil es freie Pflegekräfte auf dem Arbeitsmarkt kaum noch gebe. Der Notstand in Kliniken und Heimen war Thema im Bundestagswahlkampf geworden. Auch der Regierende Bürgermeister, Michael Müller (SPD), schaltete sich ein.

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