Charlottenburger Bauprojekte : Die neuen Nachbarn des ICC

BMW feiert in Charlottenburg das Richtfest für seine künftige Niederlassung. Dort kommen auch Hotelpläne und der Bau des „City Cube“ der Messe voran.

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Weißer Riese. Dieses Modellbild zeigt den Eingang der neuen BMW-Niederlassung am Kaiserdamm, die im Frühjahr 2014 öffnen soll.
Weißer Riese. Dieses Modellbild zeigt den Eingang der neuen BMW-Niederlassung am Kaiserdamm, die im Frühjahr 2014 öffnen soll.Simulation: Lanz Architekten

Sie ist von der Stadtautobahn zu sehen, aus der S-Bahn, vom Kaiserdamm sowieso. Die Baustelle der neuen Berliner BMW-Niederlassung wächst und wächst, bis zum April 2014 soll das 65 Millionen Euro teure Projekt in Charlottenburg abgeschlossen sein. Für Dienstagabend hatte der Berliner BMW-Direktor Hans-Reiner Schröder mehr als 800 Gäste zum Richtfest eingeladen; mit dabei waren auch Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) und Innensenator Frank Henkel (CDU).

An der Stelle der neuen BMW-Zentrale stand seit den 50er Jahren die Landesversicherungsanstalt. Die war so marode, dass sie 1995 abgerissen wurde – schon in den 80ern hatte die Anstalt das Gebäude aufgegeben. Pläne der Berliner Volksbank, dort zu bauen, wurden nicht umgesetzt. Und so blieb das Grundstück mehr als 15 Jahre eine Brache und der Blick frei für die Anwohner bis zum Funkturm – der ist nun versperrt.

Aber in diesem Viertel passiert ohnehin viel. Auf dem benachbarten Parkplatz des ICC am Messedamm ist ein Hotel geplant. Die Messe wünscht sich seit langem, dass Tagungsgäste in ihrer Nachbarschaft nicht nur im Zwei-Sterne-Hotel Ibis übernachten können. Zunächst hatten Investoren einen Hotelturm vor dem Messeeingang am Hammarskjöldplatz geplant, sie scheiterten an städtebaulichen Bedenken von Politikern. Später verkaufte der Liegenschaftsfonds den ICC-Parkplatz an Österreicher, die jedoch nicht zahlten. Schließlich startete im Herbst ein zweites Bieterverfahren. Es sei nun beendet, und „wir verhandeln mit dem Bestbieter“, teilte der Liegenschaftsfonds mit. Der Vertrag soll im zweiten bis dritten Quartal geschlossen werden. Gegenüber soll, so die Planungen, auch einmal der Zentrale Omnibusbahnhof saniert werden.

Die Messe selbst baut gerade ihr neues Kongresszentrum „City Cube“ an der Stelle der abgerissenen Deutschlandhalle – und investiert wie BMW 65 Millionen Euro. „Wir liegen perfekt im Kostenrahmen und Zeitplan“, sagte ein Sprecher. Anfang 2014 soll der City Cube als mindestens vorübergehender Ersatz für das sanierungsbedürftige ICC eröffnen. Über dessen Zukunft will der Senat erst 2014 entscheiden und bis dahin private Interessenten suchen. Die im Koalitionsvertrag vereinbarte Rückkehr zur Kongressnutzung nach der Sanierung nennt Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer (CDU) nur noch „denkbar“ und hält auch den Verkauf des ICC für möglich.

Und Kurt Krieger plant auf dem alten Güterbahnhof Grunewald zwei Möbelhäuser der Marken Höffner und Sconto. Die Politik lehnt das Projekt aber ab.

Bei BMW soll die neue Niederlassung die jetzige in Moabit ersetzen und fast doppelt so viel Ausstellungsfläche bieten. Neben Neu- und Gebrauchtwagen von BMW und einem großen Servicebereich wird es ein Motorrad- und Mini- Zentrum geben. BMW beschäftigt rund 2500 Mitarbeiter an vier Standorten und im Motorradwerk Spandau.

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