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Christian Müller ist als Serientäter polizeibekannt : Pogida-Chef muss möglicherweise wieder ins Gefängnis

Der Anmelder der fremdenfeindlichen Pogida-Demonstrationen, Christian Müller, ist bei der Polizei einschlägig bekannt. Das Amtsgericht Potsdam verurteilte Müller am Freitag unter anderem wegen Körperverletzung zu einem Jahr Haft.

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Christian Müller.
Christian Müller.Foto: Ralf Hirschberger/dpa

Dass Christian Müller, Anmelder der wöchentlichen Pogida-Märsche in Potsdam, eine Karriere als Krimineller hinter sich hat, gab er bereits offen zu. „Ich habe aber auch hier und da mal gegen das Gesetz verstoßen, aber man ändert sich“, hatte er Ende Januar gesagt.

Doch Tagesspiegel-Recherchen ergaben, dass der 32-Jährige tatsächlich eine Karriere als Intensivtäter hinter sich hat. Und er muss möglicherweise wieder ins Gefängnis. Das Amtsgericht Potsdam verurteilte Müller am Freitag wegen Körperverletzung und Bedrohung zu einem Jahr Haft. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Müller, der zuletzt bis 2013 eine Haftstrafe wegen gefährlicher Körperverletzung absaß, ist noch auf Bewährung. Die Staatsanwaltschaft prüft ob ein Verstoß gegen die Bewährungsauflagen vorliegt. Damals war er zu drei Jahren Gefängnis verurteilt worden. Er hatte einen Mann über Stunden gefoltert.

Auch bei der Polizei ist Müller einschlägig bekannt: Insgesamt 170 Strafverfahren sind im Fahndungssystem für die Jahre 2002 bis 2015 verzeichnet, zudem wird er mit den Vermerken „Drogenkriminalität“, „bewaffnet“ und „gewalttätig“ geführt. Bei den meisten Fällen handelte es sich um Rohheitsdelikte wie Nötigung, Bedrohung und Körperverletzungen.

Staatsschutz hatte Müller im Visier

Mehrere Ermittlungsverfahren liefen gegen ihn wegen Mitführens und Besitzens von Waffen und gefährlichen Gegenständen. Auch der polizeiliche Staatsschutz hatte Müller mehrfach im Visier, der 32-Jährige fiel mehrmals mit politisch motivierter Kriminalität auf. In den Jahren 2002 bis 2011 ging es um das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen und Volksverhetzung. Müller war einst in Potsdam bei der JN aktiv, der Nachwuchsorganisation der rechtsextremistischen NPD.

Müller wurde insgesamt fünf Mal verurteilt und saß zwei Mal im Maßregelvollzug für psychische kranke Straftäter, wie die „Bild“-Zeitung berichtet. „Ich habe Probleme, meine Aggressionen zu zügeln“, sagte er dem Blatt. Insgesamt habe er fünf Jahre im Knast gesessen. Sein Auszug beim Bundeszentralregister weist auch Drogendelikte und mehrfach Betrug auf. Der Staatsschutz ermittelt aktuell gegen ihn wegen Volksverhetzung: Müller hatte Ende Januar bei einer Pogida-Rede ein „Nürnberg 2.0“ für die Bundesregierung gefordert, er sprach von Volksverrätern und Verbrechern, „die wieder mal vorgeführt und abgeurteilt werden“ müssten.

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