Civey-Prognose zur Berlin-Wahl : Michael Müller kann sich auf die Jugend verlassen

Laut Civey-Umfrage liegen Müller und seine SPD vorne, verlieren aber bei den älteren Wählern. Rund ein Drittel der Gefragten traut keinem der Spitzenkandidaten den Posten zu.

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So sieht's laut dieser Umfrage eine Woche vor der Wahl aus. Grafik: Tsp, Foto: Imago
So sieht's laut dieser Umfrage eine Woche vor der Wahl aus.Grafik: Tsp, Foto: Imago

Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) kann sich auf die Jugend verlassen. Das legen die Ergebnisse einer Umfrage nahe, die der Tagesspiegel in Kooperation mit dem Berliner Umfrageinstitut Civey durchgeführt hat. Demnach erhält Müller in der Altersklasse 18 – 29 Jahre Zustimmungswerte von 40,5 Prozent. Insgesamt trauen ihm 30,8 Prozent der Befragten Müller am ehesten das Amt des Regierenden Bürgermeisters zu. Kein hoher Wert, aber der höchste im Rennen. Allerdings sagen 35,7 Prozent, dass sie keinem Spitzenkandidaten den Posten zutrauen.

Seit August arbeitet der Tagesspiegel mit dem Online-Umfrage-Startup Civey zusammen und hat über diesen Zeitraum mehrere Fragen zur Wahl gestellt. Die Ergebnisse sind repräsentativ und haben (wie bei anderen Instituten) einen statistischen Fehler von drei bis vier Prozent.

Grafik: Civey
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Die Sonntagsfrage

Wie in anderen Umfragen liegt die SPD vor den anderen Parteien und kommt auf 21,4 Prozent. Die Grünen rangieren noch vor der CDU und der Linke. Die AfD käme demnach auf 13 Prozent. Interessant: In der Altersgruppe 50 - 64 Jahre liegen die Grünen mit mehr als 20 Prozent noch vor der SPD (19,3 Prozent). Die AfD punktet ebenfalls bei der Generation der Älteren. In der gleichen Altersklasse käme sie auf rund 16 Prozent. Das Ergebnis der Sonntagsfrage basiert auf den Antworten von 1910 Befragten.

Die Kandidaten

Zur Kandidatenfrage haben sich 1479 Befragte geäußert. Michael Müller schneidet hier am besten als Regierender Bürgermeister ab, mit weitem Abstand auf Frank Henkel mit gerade einmal 12,3 Prozent, gefolgt von Ramona Pop mit 11,4 Prozent. Die größte Gruppe bilden aber die Unentschlossen, die sagen, dass sie den Posten keinem der Genannten zutrauen. Besonders eklatant: Fast die Hälfte in der Altersklasse 65+ hält keinen der Genannten für geeignet.

Grafik: Civey
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Die Koalitionen

Frage nach der besten Koalition für die Hauptstadt Die höchsten Zustimmungswerte bekommt hier Rot-Rot-Grün. 24,2 Prozent würden das als beste Koalition sehen, gefolgt von Rot-Grün mit rund 15 Prozent und Schwarz-Grün mit 13 Prozent. Vor allem in den jungen Altersgruppen und bei Männern ist das Bündnis beliebt. Das ist das Umfrageergebnis unter 1396 Befragten.

Grafik: Civey
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Die Themen

Am meisten wird im Wahlkampf über Flüchtlinge geredet. Doch das wichtigste Thema für die befragten Berliner ist mit 24,8 Prozent die Soziale Gerechtigkeit, allerdings nur knapp vor der Zuwanderung (23,4 Prozent). Mieten landet mit rund 19 Prozent auf Rang drei.

Grafik: Civey
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Das Fazit

Das Rennen bleibt eng. Unsicherheit gibt es vor allem bei den Älteren. Interessanterweise punkten die Grünen in dem Segment, was dafür spricht, dass nicht nur die Partei gealtert ist, sondern auch ihre Wähler. Klare Präferenzen gibt es bei den Koalitionen. Dort liegen SPD-geführte Konstellationen vorn. Zu dieser Frage haben sich zum Zeitpunkt der Auswertung 1402 Befragte geäußert.

Die Umfrage insgesamt läuft indes weiter.

Grafik: Civey
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