Berlin : Cookies-Club zieht an die „Linden“

Kino des früheren Centre Culturel umgebaut

Nana Heymann

Nach fast zweijähriger Suche hat Partyveranstalter Heinz Gindullis für seinen legendären Club „Cookies“ nun eine neue Bleibe gefunden: einen leer stehenden Kinosaal im ehemaligen französischen Kulturzentrum auf dem Innenhof des Westin Grand Hotels an der Friedrichstraße / Ecke Unter den Linden. Das bestätigte gestern eine Sprecherin des Partymachers. Eröffnung soll voraussichtlich im Januar oder Februar sein – je nachdem, welche Auflagen die Behörden noch haben.

Derzeit laufen auf dem Gelände die Bauarbeiten für einen vom Hotel unabhängigen Eingang. Und auch die nötigen Sicherheits- und Lärmschutzauflagen muss Gindullis beim Ausbau des seit der Wende ungenutzten Kinosaals erfüllen, wenn er mit seinen Partynächten die benachbarten Hotelgäste nicht um ihren teuer bezahlten Schlaf bringen will. Mit dem neuen Standort beweist er jedenfalls einmal mehr seine Vorliebe für außergewöhnliche Partyorte. Bis Januar 2005 residierte er im Gebäude der ehemaligen Reichsbank in der Charlottenstraße in Mitte. Dort musste er wegen anstehender Sanierungsarbeiten ausziehen.

Das ehemalige Centre Culturel Français eröffnete 1984 – als einziges westliches Kulturzentrum in der DDR. Besonders beliebt war die Bibliothek des Hauses, weil sich hier die Menschen aus einer Vielzahl von Büchern, Zeitungen und Zeitschriften über das Ausland informieren konnten. Aber auch die Kinovorführungen in dem nüchternen Saal mit etwa 100 Plätzen waren fast immer ausverkauft. So nahmen die Besucher für den in der DDR verbotenen Film „Der letzte Tango in Paris“ mit Marlon Brando und Maria Schneider stundenlange Wartezeiten hin – und standen bis zur Komischen Oper an der Behrenstraße Schlange. Zu Beginn des nächsten Jahres, wenn das Cookies nach dem Ende seiner Umbauarbeiten eröffnen wird, könnten sich wieder ähnliche Szenen abspielen.

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