Berlin : Das ganz hohe Protokoll fürs Recycling

Themen – Trends – Termine Deutsch-amerikanischer Klimaschutz beim Lunch im Brandenburger Hof

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„Bärlinboot“ läuft vom Stapel. Doppelt so viele Aussteller wie im Vorfahr sind bei der Wassersportmesse „Bärlinboot 2005“ an Bord. Sie findet vom 24. bis 27. Februar ( 10 bis 19 Uhr) in der Arena in Treptow, Eichenstraße 4, statt, gezeigt werden vor allem Segelboote (Eintritt 8, erm. 5 Euro, Kinder frei). kög

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Rock-Ereignis. In Einnerung an den 25. Todestag des AC/DC-Gitarristen Bon Scott spielen heute 15 Bands in der Kulturbrauerei die besten Songs der Band. Es gibt Videos auf Großleinwand, GoGo-Girls, Stände – und zum Schluss „Highway to Hell“ mit 20 Gitarristen. Beginn 18 Uhr, Eintritt 14 Euro. Tsp

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Musikalischer Ausklang. Zur Finissage der Schau „Auf den Straßen von Berlin“ mit Fotos von Willy Römer singt am morgigen Sonntag Evelin Förster Chansons von Friedrich Hollaender, Walter Kollo und anderen. Begleitet von Jens-Karsten Stoll am Piano gibt die Sängerin im Deutschen Historischen Museum Unter den Linden „musikalisch-literarische Antworten“ zu Fragen des Wilhelminischen Berlins und der Weimarer Republik. Beginn: 18.30 Uhr.D.N.

Diplomatie bedeutet heute auch und vor allem die Kunst, ein gutes Klima zu schaffen zwischen Ländern, zwischen Politikern, zwischen Menschen. Was aussah wie ein kleiner, feiner Lunch im Hotel Brandenburger Hof, hätte unter diesem Gesichtspunkt ein Klimaforscher wahrscheinlich eher als Signal der Hoffnung entlarvt. Ganz kurz , nachdem das Klimaschutzabkommen von Kyoto ohne die USA in Kraft getreten war, hatte der Chef des Protokolls im Auswärtigen Amt, Bernhard von der Planitz , dort zu Ehren von William F. Bruce eingeladen. Der ist aus Florida für zwei Tage nach Berlin gekommen, um für seine Mission zu werben, die davon handelt, aus Müll Energie zu schaffen. Recycling ist bislang zwar nicht geradezu eine Lieblingsbeschäftigung von Amerikanern. Aber es gibt Wissenschaftler wie James L. Gaddy, der seit Jahrzehnten daran arbeitet, das zu ändern. Bruce sprach bei geschmorter Milchkalbschulter über dessen Werk und über die Möglichkeiten, aus gewöhnlichem Stadtmüll oder auch den Innereien von alten Autos, Ethanol zu gewinnen, mit dem Teile des Energiebedarfs gedeckt werden könnten. Er klang so eindringlich, dass sogar zufällige Passanten am Wintergarten stehen blieben und lauschten. Umweltschutz ist normalerweise teuer, und einige der Anwesenden fragten, ob sich das überhaupt rechnet. „Wir sind Kapitalisten“, antwortete der Redner mit schöner Offenheit. In anderen Ländern hat er schon Partner gefunden. Deutschland passt allerdings besonders gut in die Sammlung. „Wir Amerikaner produzieren den meisten Müll“, sagte er. „Und die Deutschen haben die fortschrittlichsten Regeln für den Umweltschutz.“ Davon abgesehen ist er aber auch sehr optimistisch, bei seiner Regierung auf offene Ohren für seine Idee zu stoßen. Es wärmt doch nichts das Klima so schön wie positives Denken nach amerikanischer Art.Bi

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