Demo am Rathaus Charlottenburg : Eltern wecken Politiker mit Schlafliedern

17.05.2013 00:00 UhrVon

UpdateAm Donnerstagnachmittag demonstrierten Eltern vor dem Rathaus Charlottenburg, seit Monaten warten sie aufs Elterngeld. Sie fordern mehr Mitarbeiter für die Elterngeldstelle und schnellere Bearbeitungszeiten der Anträge.

An die 1200 Eltern sind betroffen: Einige warten bis zu sechs Monate. Ihren Unmut darüber zeigen sie mit Plakaten und Rasselgeklapper.Bild vergrößern
An die 1200 Eltern sind betroffen: Einige warten bis zu sechs Monate. Ihren Unmut darüber zeigen sie mit Plakaten und Rasselgeklapper. - Foto: Leonie Langer

Bis zu sechs Monate warten Charlottenburger Eltern aufs Elterngeld, das bedeutet: sechs Monate kein Einkommen. Mit einer Demonstration vor dem Rathaus Charlottenburg haben die Betroffenen am Donnerstagnachmittag ihren Unmut über die Situation geäußert. Die konkrete Forderung der Betroffenen: mehr Mitarbeiter für die Elterngeldstelle im Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf, damit die Anträge schneller bearbeitet werden können. Mit Kinderwagen, Babygeschrei, Rasselgeklapper und Plakaten (darauf Sprüche wie "Sei Mutter, sei verschuldet, sei Berlin" und "Frederick, 6 Monate, schon pleite") hatten sich rund 80 Teilnehmer versammelt, während im Rathaus die Bezirksverordnetenversammlung tagte. Vor den Treppenstufen drapierten sie ein großes Herz aus Windeln - benutzten, versteht sich. Das Schlummerlied "Schlaf, Kindlein, schlaf" wurde umgedichtet: "Die Elfi schüttelt's Bäumelein, da fällt herab kein Eurolein." Die zuständige Bezirksstadträtin Elfi Jantzen (Grüne) war ebenfalls anwesend, sie sprach mit den Eltern, konnte aber nur bedingt Besserung versprechen: "Seit Ende März haben wir eine neue Kraft und hoffen, dass wir bald zwei Mitarbeiterinnen der Elterngeldstelle Neukölln bekommen können." Ganz sicher sei das aber noch nicht. Momentan stapeln sich rund 1200 unbearbeitete Anträge auf den Schreibtischen von drei Mitarbeiterinnen. Das Elterngeld errechnet sich aus dem Gehalt der Mutter oder des Vaters und steht ihnen ab der Geburt des Kindes ein Jahr lang zu. Besonders heftig trifft es Eltern von im Oktober geborenen Kindern: Die meisten haben seitdem keinen Cent gesehen. "Es ist gut zu wissen, dass man nicht allein ist", sagt Mirja Fuhrmann, die mit Mann, Plakat und der vier Monate alten Feline gekommen ist. "Vom Bezirksamt fühlen wir uns dagegen im Stich gelassen."

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