Demo-Sonnabend in der Hauptstadt : Berlin steht auf der Straße

Gegen Überwachung und Lärm, für faire Arbeit und niedrige Mieten: In Berlin sind am Sonnabend gleich mehrere Demonstrationen geplant. Zehntausende werden auf den Straßen erwartet. Autofahrer sollten sich darauf einstellen.

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"Freiheit statt Angst" - unter diesem Motto haben am Samstag etwa 5000 Menschen gegen die "Ausweitung der staatlichen Datenüberwachung" demonstriert.Weitere Bilder anzeigen
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10.09.2011 18:11"Freiheit statt Angst" - unter diesem Motto haben am Samstag etwa 5000 Menschen gegen die "Ausweitung der staatlichen...

Die Polizei warnt Autofahrer vor dem heutigen Demo-Sonnabend. Vor allem im Bezirk Mitte wollen so viele Menschen bei politischen Aufzügen antreten, dass der Platz knapp wird. Viele Straßen werden schon ab 6 Uhr früh gesperrt, mittags um 12 Uhr wird der Sperrkreis vergrößert. Autofahrer werden vor allem zwischen Alexanderplatz und Regierungsviertel keine Chance haben, heißt es. Weitere größere Demos gibt es in Kreuzberg.

Größte Veranstaltung ist die „Freiheit statt Angst“-Demo, die es seit mehreren Jahren jeweils Anfang September gibt. Die Organisatoren erwarten wegen der aktuellen Geheimdienstaffären um die NSA bis zu 30 000 Menschen. Die Polizei hält 10 000 für realistisch. Die Demo gegen den „Überwachungswahn“ soll um 13 Uhr am Alexanderplatz starten und dort auch wieder enden. Ein großes Polizeiaufgebot wird den Aufzug sichern, da auch Autonome Gruppen teilnehmen wollen. Vor drei Jahren waren zwei Polizisten durch die Detonation von großen Böllern verletzt worden.

Um 14 Uhr wollen Fluglärmgegner am Kanzleramt gegen das „Milliardengrab BER“ protestieren. Die Organisatoren fordern eine bundesweite Gesetzgebung für ein Nachtflugverbot in Deutschland, erwartet werden 6000 Menschen.

Direkt am Brandenburger Tor treffen sich ab 12 Uhr etwa 2000 Gewerkschafter der IG Metall. Sie fordern „sichere und faire Arbeit für alle Beschäftigten“.

Demos und Sperrungen in Mitte
Demos und Sperrungen in MitteGrafik: Tsp/Bartei

Um genau 14.23 Uhr soll nach Angaben der Veranstalter die 16. Auflage der Fuckparade starten, und zwar in der Reinhardtstraße in Mitte. Ursprünglich war die Fuckparade als Gegenbewegung zur kommerziellen Loveparade entstanden. In diesem Jahr werden aber nur noch etwa sechs Lastwagen und 500 Teilnehmer erwartet.

In Kreuzberg und Neukölln gibt es am Mittag und am späten Nachmittag zwei weitere Demonstrationen. Bis zu 2000 Kurden wollen ab 13 Uhr vom Hermannplatz zum Oranienplatz ziehen. Um 16 Uhr startet am Kottbusser Tor die 21. „Lärmdemo gegen hohe Mieten und Verdrängung“. Gegen zu hohe Mieten wird ab 14 Uhr auch am Mauerpark demonstriert. Die Polizei wird heute stadtweit mit mehreren hundert Beamten im Einsatz sein.

Das Polizeipräsidium teilte mit, dass die Straße des 17. Juni zwischen Yitzhak-Rabin-Straße und Brandenburger Tor gesperrt wird, ebenso die Dorotheenstraße und die Ebertstraße zwischen Behrenstraße und Scheidemannstraße.

Ab 12 Uhr wird die Straße des 17. Juni bis zum Großen Stern gesperrt. Auf der Straße will die IG Metall die Busse der aus ganz Deutschland anreisenden Gewerkschafter abstellen. Ab 12 Uhr werden auch die meisten Straßen im Regierungsviertel gesperrt.

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