Berlin : Der Fall Sandra Wißmann heute Abend bei "XY ... ungelöst"

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Vor einem Jahr, am 28. November 2000, verschwand die zwölf Jahre alte Sandra Wißmann - seither fehlt jede Spur von dem Kind, obwohl 20 000 Mark Belohnung ausgesetzt wurden. Heute Abend wird der Fall in der Sendung "XY ... ungelöst" geschildert. Für die Polizei ist dies ein Strohhalm. Die Ermittler hoffen, damit möglicherweise doch noch Hinweise zu erhalten, die Licht in das rätselhafte Verschwinden des Mädchens bringen.

Welche Rolle spielte dabei der Mann mit der Wasserwaage? Bevor Sandra Wißmann verschwand, soll er am Kottbusser Damm / Böckhstraße ein 13-jährige Mädchen angesprochen haben. Angeblich bat er das Kind, mit ihm zu kommen, um eine Wasserwaage zu halten. Das Mädchen lehnte ab. Sie beschrieb den Mann als "mittelalt", klein, dicklich. Wohin der Mann anschließend ging, beobachtete das Mädchen nicht.

Sandra Wißmann war an diesem dunklen Herbstnachmittag mit ihrer Mutter unterwegs. Sie trennten sich am Kottbusser Damm Ecke Böckhstraße. Sandra ging allein weiter, um bei Karstadt am Hermannplatz ein Geburtstagsgeschenk für ihre Mutter zu besorgen. Was sie kaufte, ist nicht bekannt. Gegen 16.40 Uhr, Sandra war bereits auf dem Rückweg, wurde sie innerhalb von wenigen Minuten von zwei Schulfreundinnen gesehen. Gesprochen hat sie nicht mit ihnen. Von da an verliert sich ihre Spur. Bis heute hat die 5. Mordkommission, die schon wenige Tage, nach dem die Vermisstenanzeige erstattet worden war, den Fall übernahm, nichts, was als eine erfolgversprechende Spur gelten könnte. Von einer "heißen Spur" ganz zu schweigen.

Ende März dieses Jahres wurde der Entführer und Mörder von Ulrike Brandt aus Eberswalde gefasst. Der Verdacht drängte sich auf, dass der Mann, der derzeit vor Gericht steht, auch etwas mit dem Verschwinden von Sandra Wißmann zu tun haben könnte. Aber seine Vernehmung zu diesem Fall war erfolglos. Bis heute hat sich daran nichts geändert: "Wir haben keinerlei konkrete Hinweise, dass der Entführer von Ulrike Brandt auch Sandra Wißmann entführt hat", sagte am Donnerstag ein Berliner Ermittler dem Tagesspiegel.

Wenn heute abend der Fall um das mysteriöse Verschwinden der Kreuzberger Schülerin in "XY ... ungelöst" ausgestrahlt wird, dann sitzen die Ermittler der 5. Mordkommission in ihrem Dienstzimmern an der Keithstraße in Tiergarten vor den Telefonen. Hinweisen der Fernsehzuschauer wird sofort nachgegangen.

Die Telefonnummern werden heute Abend vom Sender eingeblendet. Unter der zentralen Rufnummer des Berliner Polizeipräsidiums 699-5 werden eingehende Anrufe dann an die zuständige Dienststelle weitergeleitet.

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