• Der Highway-Erfinder im Gespräch: "In 20 Jahren wird viel mehr Platz für Fahrräder sein"

Der Highway-Erfinder im Gespräch : "In 20 Jahren wird viel mehr Platz für Fahrräder sein"

Tim Lehmann, 43, ist Architekt und Stadtplaner. Er arbeitet beim Innovationszentrum für Mobilität und gesellschaftlichen Wandel (InnoZ). Mehrere Jahre war er bei der Bahn.

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Tim Lehmann.
Tim Lehmann.Foto: promo

Herr Lehmann, Sie sind der Erfinder des Fahrrad-Highways. Was hat Sie auf die Idee gebracht?
Die Idee liegt vor unserer Bürotür. Das Innovationszentrum für Mobilität und gesellschaftlichen Wandel, kurz InnoZ, befindet sich auf dem Euref-Campus in Schöneberg. Dort hat man für einen Neubau eine Baustraße angelegt, die exakt auf der Trasse der Stammbahn liegt. Es fehlen nur noch die Markierungen. Mit dem Fahrrad kann man schon jetzt wunderbar über diese Baustraße radeln. Da lag es nahe, sich Gedanken über eine Fortsetzung zu machen.

Kritiker befürchten, dass ein toller Radweg den späteren Wiederaufbau der Stammbahn erschweren oder unmöglich machen würde.

Im Gegenteil. Mit dem Radweg sichern wir doch die Trasse. Er soll auch nur eine Zwischenlösung sein, bis eines Tages auch hier hoffentlich wieder Züge fahren werden. Das wird aber wahrscheinlich noch mindestens 20 Jahre dauern. Noch gibt es dazu keinen Beschluss. Wir brauchen aber jetzt eine Lösung für die städtebauliche Brache.

Glauben Sie wirklich, dass der Radweg, wenn er viel genutzt wird, so einfach wieder abgerissen werden könnte?

Der Verkehr wird in 20 Jahren viel intelligenter organisiert. Ich bin überzeugt, dass es dann mehr Platz für Fahrräder auf den Straßen gibt, weil der Autoverkehr abnehmen wird. Heute ist das Radeln auf den Straßen meist unattraktiv und man verliert zu viel Zeit an Ampeln. Wir haben in Berlin schöne Straßen mit Platz für alle Verkehrsteilnehmer, sie werden heute nur dumm und ineffizient genutzt.

Wie viel würde der Highway kosten?

Ich rechne mit knapp fünf Millionen Euro. Die Kosten lägen damit im Promillebereich von Großprojekten wie dem BER und der Autobahn A 100. Ich habe bisher vor allem sehr viele Gespräche geführt, um für das Projekt zu werben.

Erfolgreich?

Ja, es gibt sehr viel Zuspruch. Die Bezirksverordneten in Tempelhof Schöneberg sind dafür. Auch die Zehlendorfer CDU war bereits bei mir...

…und will den Highway nun gleich bis Zehlendorf bauen lassen.

Das wäre doch schön.

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