• Die Ausstellung der koreanischen Künstlerin Sooki wurde nun aus Sicherheitsgründen abgesagt

Berlin : Die Ausstellung der koreanischen Künstlerin Sooki wurde nun aus Sicherheitsgründen abgesagt

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Es sollte die erste Ausstellung der koreanischen Malerin Sooki im Rathaus Köpenick werden: 32 Ölgemälde wollte sie zum Thema "Berliner Stadtlandschaften" von dieser Woche an zeigen. Doch das Bezirksamt sagte die Vernissage "aus Sicherheitsgründen" ab. Beim Aufbau der Kunstwerke, Anfang der Woche, sind vier Bilder gestohlen worden. "Die Leute werden immer dreister und skrupelloser", kommentiert Galerie-Leiterin Kornelia Münch den Vorfall. Zwei Gemälde wurden sogar "von der Wand geschnitten".

Schwer hatten es die Kunsträuber offensichtlich nicht, mit ihrer Beute das Rathaus zu verlassen: Zum einen gibt es mehrere Ausgänge, zum anderen wird die Galerie im ersten Obergeschoss des Rathauses nicht bewacht. "Eine Aufsicht rund um die Uhr ist schon aus personellen Gründen unmöglich und auch nicht üblich", sagt Frau Münch. Außerdem habe es bislang dafür keinen Anlass gegeben. "Das Bezirksamt ist eine öffentliche Einrichtung, zu der jeder Zutritt hat." Man sei auf das Vertrauen der Besucher angewiesen, die Kunst auf der Suche nach den Institutionen entdecken sollen. Inzwischen sei Anzeige erstattet worden.

Dem Bezirk entsteht durch den Diebstahl auch ein finanzieller Verlust, denn die Bilder waren nur gegen Beschädigung gesichert, nicht aber gegen Diebstahl. Genau 7400 Mark sind an die Künstlerin zu zahlen. Das ist für Sooki, alias Youn-Sook Koeppel und Ehefrau des Malers Matthias Koeppel, natürlich nur ein kleiner Trost. Drei Stillleben und eine Ansicht vom Pariser Platz bleiben verschwunden. Die 45-Jährige, die seit 15 Jahren in Deutschland lebt, kann es immer noch nicht fassen. "Ich bin schockiert." So etwas ist ihr noch nie passiert, dabei hat sie bereits in anderen Bezirken ausgestellt. Dennoch ärgert sie sich auch über sich selbst: Denn von ihrem neuesten Werk , der "gekeimten Kartoffel" hat sie noch nicht mal ein Foto. Das 24 mal 30 Zentimeter große Bild wollte sie nach der Ausstellung fotografieren. Ihr Mann hatte ihr noch dazu geraten. Inzwischen steht für Sooki fest, dass sie im Frühjahr noch einmal eine "gekeimte Kartoffel" malen wird. Wenn es sich ergeben sollte, würde sie auch in Köpenick ausstellen. "Aber nur, wenn die Sicherheit gewährleistet ist."Informationen zum Verbleib der Bilder nimmt die Galerie Grünstraße unter 655 72 01, das Kulturamt unter 65 84 42 52 oder jede Polizeidienststelle entgegen.

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