Die Linke und der Wohnungsbau : Lederer übt Kritik an Geisels Bauplänen

Zu wenig Sozialbau und mangelhafte Bürgerbeteiligung wirft Klaus Lederer der Regierung vor. Mit Sorge beobachtet er einen Verdrängungsprozess.

Felix Hackenbruch
Der Landesvorsitzende der Berliner Partei Die Linke, Klaus Lederer. Hier auf dem Landesparteitag im März.
Der Landesvorsitzende der Berliner Partei Die Linke, Klaus Lederer. Hier auf dem Landesparteitag im März.Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Der Wahlkampf hat begonnen und bereits jetzt offenbart sich das beherrschende Thema: die Bau- und Wohnpolitik. Im Rahmen der „Berliner Pub Talks“ diskutierten Klaus Lederer, Landeschef der Linken, David Eberhart, Sprecher des Verbands Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen, und Robert Ide, Berlin-Chef beim Tagesspiegel, wie es um Berlins Kieze steht. Und Lederer redete sich schon in Wahlkampfform.

„Der Verdrängungsprozess läuft längst. Bis zum S-Bahn-Ring ist Berlin bereits Hartz-IV- frei“ beklagte Lederer, der sich Hoffnungen auf einen Senatsposten in einer möglichen rot-rot-grünen Koalition macht. Auf Kuschelkurs mit der SPD ging er angesichts der Baupläne von Bausenator Andreas Geisel dennoch nicht: „Wenn der Senator 6000 Häuser pro Jahr bauen möchte, wovon 30 Prozent für 6,50 Euro pro Quadratmeter vermietet werden sollen, dann sind das weniger als 2000 Sozialwohnungen im Jahr.“ Es brauche mehr Wohnungen für Arme.

Eberhard sah die Gentrifizierung dagegen als „normale Entwicklung für eine Großstadt“ an. Er betonte, dass es mit dem Tempelhofer Feld eine große freie Baufläche gebe, aber die Bevölkerung den Wachstum noch immer nicht als Chance erkenne. „Alternativ ist auch Brandenburg schön und weit“, sagte er. Ide beklagte, dass in Diskussion der Blick auf die Verkehrsanbindung neuer Wohngebiete allzu oft vergessen werde. „Wo das hinführt, sehen wir in Pankow. Da herrscht fast jeden Tag Verkehrschaos.“ Dem widersprach auch der Pankower Klaus Lederer nicht.

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