Berlin : Die U-Bahn soll nur noch flüstern

Bauarbeiten an Kreuzberger Hochbahn führen zu Sperrungen. Auch Kurfürstenstraße bleibt dicht

Klaus Kurpjuweit

Kreuzberg. Der Kreuzberger Abschnitt der U-Bahn, die hier auf einem Viadukt fährt, wird zur Dauerbaustelle. Vier Jahre lang, jeweils in den Sommerferien, kommt es dabei auch zu Streckensperrungen. Für insgesamt 38 Millionen Euro saniert die BVG ihre Stammstrecke, die im Februar 1902 eröffnet worden war. Danach sollen die Züge nicht nur schneller, sondern auch leiser als heute fahren. Doch bis dahin müssen die Fahrgäste einiges ertragen. Vier Wochen bleibt jetzt auch der Bahnhof Kurfürstenstraße dicht.

Erneuert werden an der insgesamt fast fünf Kilometer langen Strecke zwischen den Stationen Gleisdreieck und Warschauer Straße rund vier Kilometer des Hochbahnviadukts, dessen Anlagen dort zuletzt zu Beginn der 30er Jahre saniert worden waren. Die alten Teile aus dem Eröffnungsjahr 1902 hat die BVG bereits ausgetauscht – und dafür heftige Schelte von Denkmalschützern bezogen.

Bei den jetzt bevorstehenden Arbeiten ändere die BVG das Erscheinungsbild der denkmalgeschützten Anlage nicht, wie Projektleiter Uwe Kutscher gestern sagte. In die Anlage wird eine zweite Tragkonstruktion eingebaut, die in Zukunft die Last der Züge aufnehmen wird. Die „Flüstergleise“ liegen dann auf einer so genannten festen Fahrbahn. Gummilagerungen sollen den Lärm der Züge fast halbieren, verspricht Kutscher. Die BVG muss auf diese Weise die löchrigen Bodenbleche, auf denen bisher die Gleise und der Schotter liegen, nicht erneuern. Dies wäre auch, wie Kutscher weiter sagte, teuer geworden, da man Blech für Blech hätte auswechseln müssen, ohne sie verschweißen zu können. Der Einbau der zweiten Brücke auf der bisherigen Brückenkonstruktion sei ein Drittel billiger. Der erste Sanierungsabschnitt wird etwa neun Millionen Euro kosten. Das Geld kommt vom Senat – unter anderem aus dem Topf, der für den Straßenbahn-Neubau zum Alexanderplatz vorgesehen war, der inzwischen gestoppt und verschoben worden ist.

Die Arbeiten beginnen mit dem Einbau einer Behelfsweiche vor dem Bahnhof Hallesches Tor, die für einen Pendelverkehr zwischen Warschauer Straße und Hallesches Tor erforderlich ist. Deshalb gibt es am 5. und 6. Juli zwischen Hallesches und Kottbusser Tor Ersatzverkehr mit Bussen. Vom 7. Juli bis zum 17. August unterbricht die BVG dann den Verkehr zwischen Nollendorfplatz und Hallesches Tor. Denn im Bereich des Bahnhofs Kurfürstenstraße werden gleichzeitig mit den Arbeiten an der Hochbahn auf 405 Meter Länge die Gleise erneuert. Diese Arbeiten erfordern 1,5 Millionen Euro. Fahrgäste müssen dann bis zum Bahnhof Bülowstraße laufen. Vom 18. bis zum 29. August fahren die Züge dann wieder über Kurfürstenstraße weiter bis Gleisdreieck.

Saniert wird auch im Bahnhof Möckernbrücke. Dort wird der Übergang zwischen der Hochbahn und der U 7 erneuert. Die BVG ersetzt unter anderem den zerschlissenen – und brennbaren – Asphalt durch helle Fliesen. 200 000 Euro sind für diese Arbeiten veranschlagt.

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