DISKUSSION ÜBER TEGEL : Diepgen in der Lärmhölle

E. Diepgen
E. DiepgenFoto: picture alliance / dpa

Wer sich in Pankow gegen eine dauerhafte Schließung des Flughafens Tegel ausspricht, hat einen schweren Stand. Der Blick an den Himmel genügt. Die seit 1974 in geringer Höhe den Bezirk überfliegenden Maschinen stören jedes Gespräch auf den Straßen, in den Gärten und in vielen Wohnungen. Dennoch nahm Eberhard Diepgen am gestrigen Abend im ehemaligen Jüdischen Waisenhaus am S-Bahnhof Pankow die Buh-Rufe von rund 100 aufgebrachten Bürgern gern in Kauf. „Tegel sollte nach Fertigstellung von BER nur als großer Verkehrsflughafen schließen“, meinte der frühere Regierende Bürgermeister. „Für die Flugbereitschaft der Bundesregierung und für private Geschäftsführer aber könnte er weiter genutzt werden.“

Als Gründe für seine Haltung nannte Diepgen nicht nur mögliche Kapazitätsengpässe am neuen Airport. Die Berliner, so sagte er, dürften sich nicht zu sehr auf die Abgeordneten in Brandenburg verlassen. Der dortige Landtag habe mehrere „zweifelhafte Beschlüsse“ getroffen. Die Verantwortung des jetzigen Aufsichtsratsvorsitzenden, des Ministerpräsidenten Matthias Platzeck (SPD), für die „aktuelle missliche Lage“ sei viel zu wenig hinterfragt worden. In der hitzigen Debatte beklagten sich viele Bürger über die „Unehrlichkeit der Politik“. Sie hätten sich bei ihrem Umzug nach Pankow darauf verlassen, dass der Fluglärm endlich aufhöre. Einige Teilnehmer der von den Grünen organisierten Veranstaltung meinten sogar, sie seien jetzt mit ihrer Geduld am Ende und kündigten „harten Widerstand“ an. Marela Bone-Winkel, die die ersten Berliner Bürgerinitiativen gegen die Flugrouten organisierte und heute in der Fluglärmkommission in Tegel mitarbeitet, machte den Teilnehmern einen konkreten Vorschlag: „Beantragen Sie Lärmschutzmaßnahmen.“ Diese seien so teuer, dass Tegel ganz schnell geschlossen werde - komplett. Ste.

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