DOPPELTER AIRPORT : Eigentlich war Berlin schon einen Schritt weiter

EIGENTLICH …

Eigentlich hätte hier in Tegel der Flughafenzaun längst offen sein sollen, aber da kam die abgesagte BER-Eröffnung dazwischen. Eigentlich wollte hier in Tegel die Feuerwehr-Akademie eine neue Heimat finden; der Trainingsplatz in Heiligensee ist zu klein. Und eigentlich wollten hier ab 2015 mehr als 1600 Studenten der Beuth-Hochschule in den Hörsälen sitzen (Chefin Monika Gross träumte im Herbst noch: „Dort, wo heute die Abfertigung und die Gepäckabgabe erfolgen, sollen Labore hin.“). Ein Großlabor für urbane Technologien wie Elektromobilität war hier geplant, neue Verfahren für Entsorger sollten entwickelt und neue Dämmstoffe erprobt werden – und das Netzwerk aus Forschern, Start-ups und landeseigenen Firmen zu einer Brutstätte neuer Technologien werden.

… EIGENTLICH

Es gibt eigentlich noch viel mehr Pläne, entwickelt alle im Rahmen der Veranstaltungen „Masterplan TXL“. Und eigentlich sollte der Flughafen ja auch mit Millionen Euro fit gemacht werden, damit er zumindest bis zur BER-Eröffnung durchhält. Die Heizung, die Gepäckabfertigung, Rollwege und Toiletten sollten erneuert werden. Wenn jetzt Tegel länger – wie lange? – offen bleiben soll, müsste vermutlich mehr Geld investiert werden. Und eigentlich müssten jetzt auch die Umzugspläne von TXL nach BER überflüssig sein. Eigentlich sollten in nur einer Nacht 600 Lastwagen mit dem gesamten Equipment über die gesperrte Stadtautobahn nach Schönefeld rollen. Würde Mehdorns Idee umgesetzt, bräuchte man in TXL und BER Feuerwehren, Fahrgastbrücken, Räumfahrzeuge, Flugzeugschlepper … eigentlich. André Görke, Ralf Schönball

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