Dramatischer Anstieg : Bis zu 50 Prozent mehr Einbrüche im Berliner Umland

Die Kriminalstatistik verzeichnet für Wohnungseinbrüche in Berlins Speckgürtel erneut einen Anstieg. Nun will die Polizei mit einem neuen Einsatzkonzept das Treiben von organisierten Banden behindern.

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Potsdam - Brandenburgs Polizei verstärkt den Einsatz gegen Wohnungseinbrüche im Berliner Umland. Grund ist ein teils dramatischer Anstieg bei den registrierten Fällen. Bereits für 2011 hatte die Polizei mit 3500 Einbrüchen in Einfamilien- und Reihenhäuser einen Höchststand vermerkt. Nach der vorläufigen Kriminalstatistik zeichnet sich für 2012 ein erneuter Anstieg ab. „Besonders betroffen davon sind die Gemeinden im sogenannten Speckgürtel von Berlin“, sagte Polizeisprecher Rudi Sonntag. „Regional unterschiedlich gibt es dort Steigerungsraten von zum Teil mehr als 50 Prozent.“

Von Januar bis Ende April registrierte die Berliner Polizei 4214 Anzeigen. Das sind 20,7 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum und hochgerechnet auf das ganze Jahr 12 000 Fälle.

In Brandenburg will die Polizeiführung mit einem neuem Einsatzkonzept gegensteuern und die Kräfte bündeln. Uniformierte, aber auch Polizisten in Zivil sollen in den betroffenen Gemeinden verstärkt auf Streife unterwegs sein. Zudem soll die Zusammenarbeit mit der Berliner Polizei intensiviert werden. Denn die Ermittler gehen nach den Erfahrungen vergangener Jahre davon aus, dass organisierte Banden hinter den Serieneinbrüchen stecken. Ende 2010 hatte die Gemeinsame Ermittlungsgruppe Berlin-Brandenburg (GEG) erstmals eine moldawische Diebesbande zerschlagen, auf deren Konto 150 Einbrüche gehen. Doch geholfen hat es wenig. „Die Banden gehen arbeitsteilig vor, wobei die Personen, welche die eigentlichen Einbrüche begehen, sich teilweise nur kurz in Deutschland aufhalten und später wieder in ihre meist osteuropäischen Heimatländer zurückkehren“, sagte Sonntag. Überdies seien die Gruppen sehr flexibel bei der Wahl der Tatorte und wechselten schnell zwischen den Gemeinden. axf

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