Berlin : DRK: Präsident sieht keinen Grund für einen Rücktritt

CS

"Die Situation des Berliner Roten Kreuzes ist trotz des Insolvenzverfahrens längst nicht so dramatisch, wie sie von Seiten des Betriebsrates und der Belegschaft dargestellt wird." Mit diesen Worten hat der Präsident des zahlungsunfähigen DRK-Landesverbandes, Klaus Schütz, Vorwürfe zurückgewiesen, er habe den Verband heruntergewirtschaftet. Zugleich lehnte der einstige Regierende Bürgermeister Berlins einen Rücktritt von seinem Ehrenamt ab.

Schütz erklärte, er wolle "seine Verpflichtungen gegenüber dem Roten Kreuz" bis zum Ende der Amtszeit erfüllen. Die DRK-Landesversammlung wählt im Juni 2001 ein neues Präsidium.

Auch der kaufmännische Chef des DRK-Landesverbandes, Jost Brockmann, hält an seinem Posten fest. Betriebsratssprecher hatten am Mittwoch auf der Personalversammlung den Geschäftsführer und den Präsidenten unter großem Applaus zum Rücktritt aufgefordert. Auf Anfrage erklärten danach beide übereinstimmend, sie hätten die Anfang vergangenen Jahres beschlossene Sanierung so konsequent wie möglich durchgesetzt. Durch 400 Entlassungen habe man die jährlich auflaufenden Schulden zumindest halbieren können. Doch selbst dies habe nicht gereicht, weil die Hoffnung nicht aufgegangen sei, weitere Schulden durch den schnellen Verkauf von Immobilien abtragen zu können.

Brockmann: "Endgültig aufgeben mussten wir dann angesichts des Problems der zusätzlichen Rentenversicherung. Das hat uns die Beine weggezogen."

Wie berichtet, hat der Landesverband des DRK Berlin Anfang der 60er Jahre für zahlreiche Mitarbeiter eine zusätzliche Rentenversicherung abgeschlossen, aber dafür keine Rücklagen gebildet. Nun muss für diese Rentenansprüche in Höhe von mehr als 100 Millionen Mark eine damals abgeschlossene Versicherung einspringen. Sie zahlt aber erst, wenn die letzten Geldreserven des DRK für die Renten aufgebraucht sind. Das ist inzwischen der Fall.

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