Ehefrau geköpft : Orhan S. soll in die Psychiatrie

Orhan S. tötete seine Frau und köpfte sie. Nun soll der Täter in die Psychiatrie. Laut Anklageschrift gab er an, dass ihm die  Tat „von Allah befohlen“ worden sei.

Jörn Hasselmann
Tatort. In dem Wohnblock in der Köthener Straße, in direkter Nachbarschaft zum Potsdamer Platz, geschah das Verbrechen. Foto: dpa
Tatort. In dem Wohnblock in der Köthener Straße, in direkter Nachbarschaft zum Potsdamer Platz, geschah das Verbrechen.Foto: dpa

Der 32-Jährige, der im Juni in Kreuzberg seine Frau geköpft hatte, soll in die Psychiatrie eingewiesen werden. In der jetzt fertiggestellten Anklageschrift der Staatsanwaltschaft heißt es, dass Orhan S. laut Gutachten an einer paranoid-halluzinatorischen Schizophrenie leidet und deshalb schuldunfähig ist. Er hatte seine zwei Jahre jüngere Ehefrau mit zahlreichen Messerstichen getötet, sie enthauptet und den Kopf von der Dachterrasse der Wohnung in den Hof geworfen. Die sechs Kinder des Paares im Alter von einem bis dreizehn Jahren hatten zur Tatzeit gegen 1 Uhr nachts geschlafen. Wie berichtet, waren die vier Söhne und zwei Töchter vom Jugendamt in einem Kinderheim untergebracht worden, sie werden psychologisch betreut.

Die Bluttat hatte bundesweite Aufmerksamkeit erregt, wenige Tage später hatten rund 250 Menschen in Kreuzberg gegen Gewalt an Frauen demonstriert und an das Opfer Semanur S. erinnert. Nach der Tat hatten Nachbarn berichtet, dass Orhan S. seine Frau oft angebrüllt und auch geschlagen haben soll. Eingeschritten sei man in dem Wohnblock aber nicht. Erst als der 32-Jährige in der Tatnacht brüllend auf der Terrasse stand und Messer wetzte, hatten Zeugen die Polizei alarmiert. Doch zu dieser Zeit war Semanur S. bereits tot. Anschließend hatte der Täter Körperteile in den Hof geworfen. Orhan S. hat laut Ermittler die Tat gestanden, bereut sie aber bis heute nicht. Er gab laut Anklageschrift an, dass ihm die  Tat „von Allah befohlen“ worden sei, „das Böse“ zu vernichten, könne nicht falsch gewesen sein.

Die Ermittlungen hatten ergeben, dass S. in den letzten Jahren einen steigenden Alkohol- und Drogenkonsum hatte, zuletzt soll er nur noch kiffend in der Wohnung an der Köthener Straße gesessen haben. Wie berichtet, war er schon vor der Tat in psychiatrischer Behandlung. Angeklagt ist Orhan S. wegen Totschlags, nicht wegen Mordes. Seit der Tat ist er im Krankenhaus des Maßregelvollzugs untergebracht. Ha

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