Ehrung für finanzielles Engagement : Potsdam baut Günther Jauch ein Denkmal

Nach Schloss-Mäzen Plattner soll auch der TV-Moderator für sein Engagement für die Stadt ausgezeichnet werden. Ein Vorschlag der Minifraktion Potsdamer Demokraten findet im Stadtparlament überwiegend Zustimmung.

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Die Stadt Potsdam will Fernsehmoderator Günther Jauch für sein Engagement beim Wiederaufbau des Fortunaportals ehren.
Die Stadt Potsdam will Fernsehmoderator Günther Jauch für sein Engagement beim Wiederaufbau des Fortunaportals ehren.Foto: dpa

Für Software-Milliardär und Großspender Hasso Plattner gibt es bereits eine Gedenktafel am Landtagsschloss – nun wollen die Potsdamer Demokraten eine solche Ehrung auch für TV-Moderator Günther Jauch. Ihre zweiköpfige Minifraktion hat dazu eine Beschlussvorlage für die Stadtverordneten vorbereitet: „Auf dem Alten Markt in der Nähe des Fortunaportals wird eine Stele errichtet, mit der darauf hingewiesen wird, dass die Wiedererrichtung dem Wirken und erheblichem Engagement unseres Potsdamer Mitbürgers Günther Jauch zu verdanken ist.“ Mit dem von ihm finanzierten Wiederaufbau des Fortunaportals an historischer Stelle sei Jauch einer der ersten Förderer und Sponsoren des neuen Schlosses gewesen, sagte Fraktionsmitglied Peter Schultheiß. Insofern sei es „richtig und ein Stück weit auch gerecht, auch das Wirken von Günther Jauch mit einer eigenen Stele am Fortunaportal anzuerkennen“.

Potsdamer Fraktionen wollen Günther Jauch mit Stele ehren

Inzwischen zeichnet sich bei der möglichen Ehrung für Jauch ein Konsens in der Stadtverordnetenversammlung ab. In ihren ersten Fraktionssitzungen dieses Jahres begrüßten Linke und SPD das Vorhaben, Jauch für sein Engagement zu würdigen. Auch Grünen-Fraktionschefin Saskia Hüneke befürwortet die Idee, will sie aber mit einem Änderungsvorschlag erweitern. Um die Frage nach der Form einer Würdigung für Jauch und weitere Förderer zu klären, solle ein Konzept erarbeitet werden: „Damit wir nicht für jeden Einzelnen, der sich engagiert hat, eine Extra- Stele aufstellen.“ Zwar hätten Jauch und Plattner maßgebliche Beiträge für den Wiederaufbau des Schlosses geleistet, das Projekt sei aber auch durch eine breite Bürgerbewegung vorangetrieben worden.

Günther Jauch ist mit Ehrung einverstanden

Uneingeschränkte Zustimmung ist den Demokraten von der CDU/ANW-Fraktion sicher: „Jauch hat mit dem Fortunaportal die Initialzündung für den Wiederaufbau des Stadtschlosses gegeben“, sagte Fraktionschef Horst Heinzel. Auch die FDP sieht den Antrag positiv: „Natürlich kann man sich bei Günther Jauch für seine großen Verdienste bedanken“, sagte Fraktionschef Johannes von der Osten-Sacken. Voraussetzung sei allerdings, dass Jauch damit einverstanden sei.

Dieser signalisierte unterdessen sein Einverständnis: „Wenn so eine Erinnerung gewünscht wird, will ich mich ihr nicht verschließen. Falls nicht, bin ich weder beleidigt noch fehlt mir irgendetwas.“

Jan Wendt von der Fraktion Die Andere – erklärte Schlossgegner – hat einige nicht ganz ernst gemeinte Zusatzvorschläge: „Wenn überhaupt, dann muss es noch weitere Stelen geben.“ Auch seien anstelle von Stelen Reiterstandbilder angemessener – „vielleicht kombiniert in Form einer Quadriga“.

Landtagsneubau kann im Januar besichtigt werden

Eine Gedenkplatte für Jauchs Engagement habe es bereits einmal gegeben, sagte Linke-Fraktionschef Hans-Jürgen Scharfenberg. Nach seiner Erinnerung sei sie bei der Übergabe des Fortunaportals 2002 angebracht worden – und später möglicherweise durch Vandalismus verschwunden. Eine Ehrung am Gebäude selbst sei für ihn sinnvoller als eine neue Stele auf dem Platz, sagte Scharfenberg.

Der Landtagsneubau wurde im Oktober 2013 nach gut dreijähriger Bauzeit übergeben, am 18. und 19. Januar können Bürger den Bau erstmals besichtigen – die Karten dafür sind bereits vergriffen. Einen ersten Beschluss zur Annäherung ans historische Stadtbild hatte das Stadtparlament 1990 gefasst, das von Jauch finanzierte Fortunaportal stand 2002. Drei Jahre später beschloss das Landesparlament, seinen neuen Sitz am Alten Markt bauen zu lassen. Die historische Fassade konnte dank einer 20-Millionen-Spende von Plattner realisiert werden.

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