Berlin : Eissporthalle wird später fertig

Kabeldiebe schlugen auf Baustelle zu

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Verzögert. Neuer Termin für die Halle ist Anfang  Dezember. Foto: Kitty Kleist-Heinrich
Verzögert. Neuer Termin für die Halle ist Anfang  Dezember. Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Die Fertigstellung der neuen Eissporthalle am Olympiastadion verzögert sich. Statt Spätsommer, wie zuletzt angekündigt, rechnet Charlottenburg-Wilmersdorfs Baustadtrat Klaus-Dieter Gröhler (CDU) nun mit Anfang Dezember. Eine Teilschuld für die Verspätung ist Kabeldieben zuzuschreiben. Die haben laut Gröhler vor knapp zwei Wochen große Teile der bereits unter Putz verlegten Elektrokabel herausgerissen. Der Schaden beläuft sich auf rund 20 000 Euro.

Zudem sind die Planungen zur Klimatechnik geändert worden. Es würden jetzt hochwertigere Solarmodule installiert, sagte Gröhler. Auch das kostet Zeit und zusätzliches Geld. Statt 11 Millionen Euro, wie ursprünglich angesetzt, soll der Neubau nun 15,6 Millionen Euro kosten.

Die Halle umfasst zwei wettkampftaugliche Eisarenen mit jeweils 60 mal 30 Meter Fläche. Vorgelagert ist ein niedriger Funktionstrakt mit Umkleideräumen, Duschen und Vereinsbüros. Eine Eisfläche ist nach außen offen und nur von Oktober bis März nutzbar. Die andere wird geschlossen und bietet 1000 Zuschauerplätze. Insgesamt soll eine Nutzfläche von 5600 Quadratmetern entstehen.

Die ECC Preußen Juniors sollen in der neuen Halle ihre Oberligaspiele austragen. Die Eisflächen werden aber auch vereinslosen Freizeitläufern offenstehen und das Horst-Dohm-Eisstadion entlasten. Der Eissportverband schätzt die Zahl der Eisläufer in Berlin auf 300 000.

Geplant wurde die Halle vom bezirkseigenen Hochbauamt. So wurden Architektenkosten gespart. Der Ästhetik tat das keinen Abbruch. Das riesige, sanft geschwungene Dach wird optisch durch den langgestreckten, holzverkleideten Funktionsvorbau aufgefangen.

Wenn die neue Halle eröffnet wird, liegt die alte Deutschlandhalle auf dem Messegelände wahrscheinlich schon in Schutt und Asche. Einen genauen Termin für die geplante Sprengung nennt die Messegesellschaft nicht. „Es wird wohl im Oktober sein“, sagt Messesprecher Michael Hofer, also nach den Parlamentswahlen. Die Sprengung eines West-Berliner Symbols würde die rot-rote Koalition sonst vermutlich einige Wählerstimmen kosten. Thomas Loy

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