Elektrisierte BVG : Elektro-Bus nun zwischen Zoo und Südkreuz

Lange kam das Projekt Elektrobus in Berlin nicht in Schwung, jetzt steht fest: Die BVG will die Fahrzeuge ab 2015 zwischen Bahnhof Zoo und Südkreuz fahren lassen. Eine andere Strecke galt als zu weit ab vom Schuss.

von
Noch mit Dieselantrieb. Metrobusse gibt es, Expressbusse auch - und demnächst auch E-Busse.
Noch mit Dieselantrieb. Metrobusse gibt es, Expressbusse auch - und demnächst auch E-Busse.Foto: Imago

Es ist der dritte Anlauf: Die BVG will ihren Elektrobus jetzt ab 2015 auf der Linie 204 zwischen den Bahnhöfen Zoo und Südkreuz fahren lassen. Ursprünglich war vorgesehen, die E-Busse, bei denen die Akkus wie bei einer elektrischen Zahnbürste kabellos aufgeladen werden, auf der Linie 147 (Ostbahnhof-Hauptbahnhof) einzusetzen. Doch nach dem Zuschlag bezweifelten die Planer die Praxistauglichkeit dieser Linie, die als stauanfällig gilt. Stattdessen sollten die Stromer mit der neuen Übertragungstechnik auf der Linie 192 (Friedrichsfelde Ost – S-Bf. Marzahn) rollen. Das Bundesverkehrsministerium, das das Projekt innerhalb des „Schaufensters Elektromobilität“ fördern soll, lehnte diese Route jedoch ab: zu weit weg vom Zentrum und damit von potentiellen Interessenten.

Fahrzeuge, die nicht voran kommen, schaden dem Image

Jetzt schlägt die BVG die 204 als Referenzlinie vor. Doch nur für ein Jahr. Danach sollen die E-Busse doch wieder zur 192 in Marzahn umziehen. Nur dort sei die nötige Nähe zur Werkstatt gesichert. Außerdem sei auch auf der 204 mit Stau zu rechnen. Fahrzeuge, die nicht vorwärts kommen, schadeten aber dem Image, heißt es bei der BVG. Der Antrag auf den aufgespaltenen Versuch läuft derzeit.

Das sind die neuen BVG-Busse
Dürfen wir vorstellen: Er ist der Neue. Der neue BVG-Bus.Alle Bilder anzeigen
1 von 6Simulation: BVG
22.11.2013 16:20Dürfen wir vorstellen: Er ist der Neue. Der neue BVG-Bus.

Kabelloses Tanken soll nur wenige Minuten dauern

In der Fahrbahn wird bei der von Bombardier entwickelten Technik, Primove genannt, eine Ladeplatte, die Primärspule, installiert, vorwiegend an den Endhaltestellen. Am Boden der Fahrzeuge befindet sich die Sekundärspule, die den Strom über ein magnetisches Feld empfängt und die Batterien im Bus auflädt. Nur wenige Minuten soll das „kabellose Tanken“ dauern. Gesundheitsgefahren gebe es nicht, sagen Entwickler. Strom fließe nur beim Laden. Für die E-Busse bezieht die BVG ihn aus Atomstrom.

In Braunschweig testen die Verkehrsbetriebe mit einem Bus auf einer 12,6 Kilometer langen Ringlinie die Technik seit Ende März. Man sei sehr zufrieden, sagt Sprecher Christopher Graffam. Das kabellose Laden klappe.

23 Kommentare

Neuester Kommentar