Elektromobilität in Berlin : BVG testet neuen Elektrobus - die anderen stehen still

Ab sofort dreht der nächste E-Bus seine Proberunden auf der Linie 204. Seine vier Artgenossen stehen wegen diverser Probleme im Depot.

von
Diesen Elektrobus testet die BVG zwei Wochen lang auf der Linie 204.
Diesen Elektrobus testet die BVG zwei Wochen lang auf der Linie 204.Foto: Laura Porsche/BVG

Was ist blau-weiß und hat ein polnisches Nummernschild? Der BVG-Bus auf der Linie 204 zwischen Südkreuz und Zoo. Das ist der einzige elektrische, der momentan durch Berlin fährt. Seit Montag testet die BVG zwei Wochen lang ein weiteres E-Modell im Linienbetrieb.

Der „New Urbino 12 Electric“ ist der jüngste Bruder der vier E-Busse des polnischen Herstellers Solaris, die seit Mitte 2015 auf der Linie 204 Dienst tun. Theoretisch jedenfalls.

Praktisch standen am Montag alle Elektronen still, teilte die BVG auf Nachfrage mit: An einem E-Bus sei eine Tür kaputt, an einem weiteren spinne die von Bombardier beigesteuerte Bordelektronik. Und die übrigen beiden parken im Depot, weil die Ladestation bei der TU an der Hertzallee repariert werden müsse. Der Neue hat damit kein Problem, denn er wird nicht an den Endhaltestellen berührungslos per Induktion geladen, sondern nachts per Stecker auf dem BVG-Betriebshof an der Indira-Gandhi-Straße in Weißensee.

Für einen kompletten Tag im Linienverkehr ist die avisierte Reichweite mit 140 Kilometern allerdings zu gering. Die Dieselbusse schaffen laut BVG-Sprecherin Petra Reetz rund 400 Kilometer mit einer Tankfüllung. Das reicht für einen ganzen Tag im Stadtverkehr.

Während in China bereits ganze Großstädte rein elektrische Busflotten betreiben, sind auf dem europäischen Markt laut Reetz bisher keine Serienfahrzeuge erhältlich. Die BVG hat in diesem Jahr schon mehrere Exemplare von verschiedenen Herstellern getestet. In der Regel kamen Busse und Technik von unterschiedlichen Unternehmen: Einzelanfertigungen zu Testzwecken. Solaris ist ein polnisches Familienunternehmen mit langjährigen Verbindungen der Eigentümer nach Berlin. Die Unternehmenszentrale befindet sich bei Posen, rund 300 Kilometer östlich von Berlin.

Ein Favorit unter den bisher getesteten Bussen – von dem dann auch der Aufbau der Ladeinfrastruktur abhängen kann – sei noch nicht klar, aber die Fahrer waren nach Auskunft von Reetz sehr zufrieden mit der Bedienung der Testwagen.

» Jamaika-Aus: Wie geht es weiter? Jetzt E-Paper testen!

94 Kommentare

Neuester Kommentar