Elektromobilität : Strom aus der Straße für BVG-Busse

04.01.2012 00:00 UhrVon Klaus Kurpjuweit
BVG-Busse könnten bald auch mit Strom fahren. Foto: dapd
BVG-Busse könnten bald auch mit Strom fahren. - Foto: dapd

Wenn es Fördergelder vom Bund gibt, fahren in Berlin schon bald Elektrobusse zwischen Haupt- und Ostbahnhof. Für mehr ist die Technik aber noch zu teuer.

In Südkorea fährt er schon – der Elektrobus, der seine Energie aus der Straße erhält. In Berlin will die BVG wie berichtet mit der Linie 147 (Ostbahnhof - Hauptbahnhof) nachziehen, allerdings nur, falls die Bewerbung des Landes für das „Schaufenster Elektromobilität“ erfolgreich ist und die damit verbundenen Fördergelder des Bundesverkehrsministeriums fließen. „Die kabellose Stromversorgung ist längst keine Utopie mehr“, sagte ein Sprecher des Ministeriums.

Bombardier hat für die Straßenbahn ein solches System, „Primove“ genannt, entwickelt und nach eigenen Angaben erfolgreich getestet. Dabei werden unter der Straßenoberfläche Kabel gelegt, die mit dem Stromnetz verbunden sind.

Zugeschaltet werden sie erst, wenn sie völlig vom Fahrzeug überdeckt werden. Damit sei ein gefahrloser Betrieb möglich, wirbt Bombardier. Eine unter dem Fahrzeug montierte Aufnahmespule wandelt das von den Kabeln erzeugte magnetische Feld in elektrischen Strom um, der dann den Motor speist. Nach diesem Prinzip funktioniert auch das Aufladen einer elektrischen Zahnbürste. Streckenabschnitte ohne Kabel können durch eine im Fahrzeug eingebaute Batterie überbrückt werden, die wesentlich kleiner sein kann als bei einem Antrieb nur über eine mitgeführte Batterie.

Die Effizienz bei den südkoreanischen Bussen, die auf einem Rundkurs durch ein Parkgelände fahren, soll bei rund 80 Prozent liegen, einem im Vergleich zu anderen Verkehrsträgern guten Wert. Die internationalen Standards für elektromagnetische Felder würden nicht überschritten, heißt es in Fachzeitschriften.

Die BVG plant, die „Aufladeschleifen“ zunächst nur an den Endstationen zu installieren, da der Einbau teuer ist. Deshalb habe man die Linie 147 gewählt, die relativ kurz sei, so dass die aufgeladene Batterie im Bus reiche, um die gesamte Strecke zurücklegen zu können, sagte BVG-Sprecher Klaus Wazlak.

Möglich sei das „kabellose Tanken“ aber auch auf längeren Strecken, sagen Experten. Die Schleifen könnten vor Ampeln oder an Haltestellen eingebaut werden, damit dort nachgeladen werden kann. Theoretisch könnten auch unter der gesamten Strecke Kabel liegen, was jedoch die Kosten erhöhen würde.

Das berührungslose Aufladen der Batterie ist auch bei privaten Elektroautos möglich. In Berlin wird dies jetzt vor dem so genannten Energieeffizienzhaus Plus an der Fasanenstraße in Charlottenburg getestet.

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