Emma-Maria Lange gestorben : Trauer um Puppenmutter von Pittiplatsch

Die Kleinmachnower Künstlerin und Bildhauerin Emma-Maria Lange wurde zu DDR-Zeiten als "Puppen-Lange" bekannt. Sie schuf die Fernsehfiguren Pittiplatsch und Schnatterinchen. Jetzt starb sie mit 95 Jahren.

Solveig Schuster
Emma Maria Lange.
Emma Maria Lange.Foto Manfred Thomas

Als „Puppen-Lange“ wurde sie bekannt und grub sich schon zu DDR-Zeiten mit den Fernsehfiguren Pittiplatsch und Schnatterinchen tief in die Herzen vieler Kinder ein, mit ihren „Zille-Gören“ am Stahnsdorfer Weiher und einer Skulptur in Kleinmachnow schuf sie sich später auch in der Region eine bleibende Erinnerung. Am 4. Mai ist die Kleinmachnower Künstlerin Emma-Maria Lange nun im Potsdamer Bergmann-Klinikum an den Folgen eines wenige Tage zuvor erlittenen Schlaganfalls gestorben. Sie wurde 95 Jahre alt.

1921 im württembergischen Wasseralfingen geboren, kam sie schon als Kind im elterlichen Betrieb mit dem Kunsthandwerk in Berührung. Mitten im Weltkrieg belegte sie künstlerische Abendkurse, kam schließlich zum Studium nach Ostberlin. 1958 startete Emma Maria Lange hier mit ihrer Puppenmanufaktur ins Geschäftsleben. Im Auftrag des Deutschen Fernsehfunk kreierte sie die von Heinz Schröder, Friedgard Kurze sowie Ingeborg und Günther Feustel erdachten Fernsehfiguren für die wöchentliche Sendereihe „Meister Nadelöhr“, die erstmals im November 1956 an den Start gegangen war und ihr später viel Ruhm und Ehr einbrachte.

Zu Schade fürs Archiv: Klaus Wowereit (SPD) posiert 2014 mit Bert und Pittiplatsch.
Zu Schade fürs Archiv: Klaus Wowereit (SPD) posiert 2014 mit Bert und Pittiplatsch.Foto: dpa

Im hohen Alter fand Lange zur Bildhauerei zurück

Doch Emma-Maria Lange allein auf ihre Puppen zu reduzieren, wird ihrem künstlerischen Werk nicht gerecht, auch wenn sie erst spät zu ihrer ursprünglichen Ausbildung und der Bildhauerei zurückfand. Erst im hohen Alter war es ihr vergönnt, sich mit ihrer Kunst einen Platz im öffentlichen Raum zu schaffen. Seit 2012 stehen ihre "Zille-Gören" auf dem Stahnsdorfer Dorfplatz, eine weitere Bronze-Skulptur schmückt seit 2014 den Quartiersplatz in der Kleinmachnower Heinrich-Heine-Straße. Bereits 2013 hatte die Gemeinde die Künstlerin mit einem Eintrag in ihr Goldenes Buch gewürdigt. Anlässlich ihres 95. Geburtstags am 11. März ehrte sie der Kunstverein "Die Brücke" mit einer Ausstellung im Landarbeiterhaus. Dort wird am kommenden Dienstag von 15 bis 17 Uhr auch ein Kondolenzbuch ausliegen. Die Beisetzung findet, wie von der Künstlerin gewünscht, im Kreis der Familie und in aller Stille auf dem Kleinmachnower Waldfriedhof statt.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben