Energiekrise und Smogalarm : Rückblick auf autofreie Tage

1973 führte die Energiekrise zu autofreien Sonntagen. Und in den Achtzigern herrschte Smogalarm.

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Die Straße ist unser. Der 25. November 1973 war der erste autofreie Sonntag. Viele West-Berliner nutzten den Tag, um ungestört über den Kurfürstendamm zu bummeln. Foto: picture-alliance / akg-images
Die Straße ist unser. Der 25. November 1973 war der erste autofreie Sonntag. Viele West-Berliner nutzten den Tag, um ungestört...Foto: picture-alliance / akg-images

Lange bevor es die jetzigen Fahrrad-Sternfahrten gab, hatten schon einmal die Radfahrer die Avus für sich erobert. Und auch auf dem Kurfürstendamm hatten Autofahrer nichts zu suchen; dort flanierten die Fußgänger auf der Fahrbahn. Am 25. November 1973 gab es in West-Deutschland und in West-Berlin den ersten von insgesamt vier autofreien Sonntagen. Die hatte die Bundesregierung ausgerufen, als nach dem Yom-Kippur-Krieg eine Energiekrise drohte. Für Privatleute und viele Berufsfahrer bedeutete dies, dass die Fahrzeuge stehen bleiben mussten. Nach dem ersten Sonntag konstatierte der Kommentator des Tagesspiegels: „Leser haben sich bislang nur positiv zu der zuvor nie dagewesenen Sonntagsruhe geäußert. Doch ist sie trügerisch, wenn wir ein Pflaster mit der Heilung verwechseln.“ Wenig später war die Energiekrise überwunden; der Verkehr rollte wieder.

1987 sollte er erneut für einige Tage zum Erliegen kommen. Diesmal war es die schlechte Luft: In West-Berlin herrschte Smogalarm; nur als schadstoffarm klassifizierte Autos durften fahren. In Ost-Berlin war Smog kein Thema; Daten zur Umweltbelastung unterlagen strikter Geheimhaltung.

Später gab es wiederholt Versuche, autofreie Sonntage durchzusetzen. Im Jahr 2000 war es SPD-Bausenator Peter Strieder, der an drei Tagen im Jahr den Autoverkehr ruhen lassen wollte. Der Koalitionspartner CDU mit dem Regierenden Bürgermeister Eberhard Diepgen lehnte die Idee aber kategorisch ab. Sie wurde dann nicht weiter verfolgt. 2008 brachte eine Gruppe von rund 60 Abgeordneten der SPD, der Grünen und der Linken einen Antrag im Abgeordnetenhaus, den 1. Juni für autofrei zu erklären. Auch diese Initiative verpuffte.

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