Ermittlungen um Fälschungen : Die Kripo kann auch Kunst

Wie wird eigentlich bei Kunstdelikten ermittelt? Beim Landeskriminalamt kümmert sich eine Sonderabteilung um die Straftaten, die mit gefälschten Bildern, Grafiken und Plastiken zu tun haben. Ihr Wissen erwerben Sie nicht nur bei der Polizei.

Werner van Bebber
Stempel der französischen Malerin Lou Albert-Lasard. Auch dieser Schriftzug war auf den Fälschungen von Detlef Gosselck zu finden.
Stempel der französischen Malerin Lou Albert-Lasard. Auch dieser Schriftzug war auf den Fälschungen von Detlef Gosselck zu finden.Foto: dpa

Wenn es bei einer Straftat um Kunstwerke geht, sind die Ermittler der Abteilung „Kunstdelikte“ des Landeskriminalamts gefragt. Im Strafgesetzbuch sind „Kunstdelikte“ nicht zu finden. Die acht Mitarbeiter von Kriminalhauptkommissar René Allonge befassen sich mit Betrug, Diebstahl oder Hehlerei immer dann, wenn Kunstwerke im Zentrum des Deliktes stehen.

Gefälschte Bilder oder Grafiken gehören dazu, aber auch mal eine Plastik, die von einem Grab weg gestohlen worden ist. Die Anzahl der angezeigten Delikte schwankt laut Allonge zwischen 200 und 300 pro Jahr. Meist sind es Sammler oder Händler, die befürchten, eine Fälschung erworben zu haben und sich deshalb an die polizeilichen Kunstexperten wenden.

Bundesweit bekannt geworden sind Allonge und seine Kollegen durch die Ermittlungen gegen den Kunstfälscher Wolfgang Beltracchi. Der Kunstmaler wurde 2011 vom Landgericht Köln wegen gewerbsmäßigen Bandenbetrugs zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt. Beltracchi hatte mit gefälschten Bildern der Maler Heinrich Campendonk, Max Ernst und Max Pechstein Millionen Euro verdient.

Dass Berliner Kriminalpolizisten ermittelten, hat einen simplen Grund: Deutschlandweit gibt es nur drei polizeiliche Abteilungen für Kunstdelikte. In Köln fehlt es daran – trotz hoher Museums- und Galeriendichte und der Anwesenheit mehrerer Auktionshäuser. So kamen die Berliner Ermittler per Amtshilfe zu dem spannenden und arbeitsintensiven Fall Beltracchi.

Allonge und seine Mitarbeiter sind gelernte Kriminalpolizisten. Ihr Wissen erwerben sie durch Erfahrung und Zusammenarbeit mit Kunstsachverständigen und wissenschaftlichen Einrichtungen, die etwa Bilder oder Plastiken für Museen begutachten und prüfen.

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