Ernennung zum BER-Chef : Das Netz spottet über Mehdorn

Verspätungen, Flugzeugabstürze und ein zu kurzes Dach: Die Nutzer auf Twitter und Co. witzeln schon darüber, was mit Hartmut Mehdorn als Flughafen-Chef alles schief gehen wird. Einige halten das Ganze sogar für einen vorgezogenen Aprilscherz.

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Seitenwechsel: Hartmut Mehdorn posierte noch im Oktober 2011 mit einem Air Berlin Modell auf dem künftigen Flughafen Berlin Brandenburg (BER).
Seitenwechsel: Hartmut Mehdorn posierte noch im Oktober 2011 mit einem Air Berlin Modell auf dem künftigen Flughafen Berlin...Foto: dpa

Einige hielten es zunächst für Satire, andere für einen Aprilscherz: Doch dass Hartmut Mehdorn der neue Geschäftsführer beim BER wird, ist Realität - und stößt im Netz auf reichlich Spott und Häme. Vor allem auf Twitter hagelt es zynische Kommentare. "Selbstverständlich war #Mehdorn die erste Wahl! Einen erfahreneren Master of Desaster gibt es nicht!", twittert User "Finni_wake". Schließlich hat sich Mehdorn schon in seinen früheren Posten als Bahn- und später Air-Berlin-Chef nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Piratenmitglied Jan Leutert hegt unterdessen schon apokalyptische Vorstellungen: "Ich würde Berlin jetzt fluchtartig verlassen. Im nächsten Winter fallen dann Flugzeuge vom Himmel, weil Schnee liegt."

Der Journalist Sebastian Pertsch witzelt in einem Tweet: "Dieser Flughafen hält nicht in Wolfsburg." Er spielt damit auf den ICE an, der unter Mehdorn als Bahnchef auch öfter durch den Bahnhof Wolfsburg durchgerauscht ist. Und WDR-Reporterin Sabine Heinrich spottet: "Mit 'kommt später' kennt er sich eben sehr gut aus."

Auch Verschwörungstheorien kommen nicht zu kurz: "Immerhin wissen die Deutsche Bahn AG und Air Berlin ihre Millionenforderungen an #BER in vertrauten Händen…", schreibt der Berliner Linken-Abgeordnete Klaus Lederer. Und dieser Kommentar ist nicht nur witzig gemeint - war Mehdorn doch noch im vergangenen Jahr mit einer Klage gegen die Flughafenbetreiber beschäftigt.

Die taz hat auf Facebook eine fiktive Stellenausschreibung für Mehdorns neuen Posten gestellt. Darin werden an den neuen Flughafenchef hohe Anforderungen gestellt: "Sie sind schon mal geflogen, vielleicht sogar von Berlin", "Business Class ist kein Fremdwort für Sie" und "Sie wissen, welcher Baumarkt Rauchmelder verkauft". Diese Voraussetzungen erfüllt Mehdorn anscheinend - und es wird noch besser: Er hat die Sache mit den Flugzeugen voll "in der Hand". Das zeigt zumindest die Fotostrecke, die die Zeit-Online-Journalistin Juliane Leopold im Stil von "Kim Jong Il looking at things" unter dem Titel "Harmut Mehdorn holding Modellfahrzeuge" zusammengestellt hat: Dort ist der neue BER-Chef mit zahlreichen Miniaturflugzeugen zu sehen, die er strahlend in die Höhe hält.

Auch die Mitglieder der Tagesspiegel-Community spotten über Mehdorn. "Lieber Tagesspiegel, der erste April ist doch erst in 24 Tagen. So lange solltest Du mit einer solchen Nachricht doch warten können", schrieb beispielsweise der Nutzer "Nachdaenker". Andere haben sich schon mit der neuen Situation arrangiert und sehen sogar Vorteile: "Erste Mehdorn-Maßnahme: Er lässt das Terminal-Dach um ein Drittel wieder abtragen. Regnet dann zwar rein, dafür zieht der Rauch im Brandfall aber besser ab", schreibt "spreeathen" und spielt damit auf die Probleme an, die es einst mit dem Dach des Berliner Hauptbahnhofs gab, als Mehdorn noch Bahnchef war. Und User "Berlinercity" hat sogar schon einen Vorschlag, wer nachrücken kann, wenn es mit Mehdorn nicht klappt: "Dann wird wohl als nächstes Herr Maschmeyer kommen."

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