Erster Apple-Store in Berlin : Apfelblüte am Ku'damm

Nach langen Bauarbeiten und viel Geheimniskrämerei soll in Charlottenburg bald das bundesweit größte Filialgeschäft von Apple eröffnen. Bisher ist die Berliner Firma Gravis der führende Händler für Produkte des US-Computerkonzerns – und sie reagiert gelassen.

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Die Hüllen sollen fallen. Im ehemaligen Kino Filmbühne Wien am Ku’damm 26 zieht der Apple-Store ein.
Die Hüllen sollen fallen. Im ehemaligen Kino Filmbühne Wien am Ku’damm 26 zieht der Apple-Store ein.Foto: Doris Spiekermann-Klaas

Schon lange warten Fans der US-Computermarke Apple auf die Eröffnung des ersten Berliner „Apple Store“ im einstigen Kino Filmbühne am Kurfürstendamm neben dem Neuen Kranzler-Eck. Seit mehr als einem Jahr laufen hinter einem schwarzen Vorbau versteckt die Bauarbeiten – nun steht die Eröffnung offenbar kurz bevor. „Aus meiner Sicht wird das im April was“, sagte der Immobilienunternehmer und AG-City-Vorstand Gottfried Kupsch auf Nachfrage.

Am Umbau beteiligte Handwerker bestätigten die Einschätzung; ein Bauarbeiter sagte, es werde nunmehr Ware eingeräumt. Dazu passt ein Foto, auf dem das Onlineportal„iphone-ticker.de“ die Anlieferung „der Apple-typischen Display-Möbel“ zeigt. Bereits Anfang März hatten Fahrzeuge von Malerbetrieben darauf hingedeutet, dass sich die Arbeiten dem Ende nähern. Kupsch rechnet nun für Mitte April mit der Eröffnung. Der US-Computerkonzern hat am Kurfürstendamm 26 mehr als 5000 Quadratmeter in vier Etagen gemietet – darunter den acht Meter hohen Kinosaal in der ersten Etage, der früher 850 Plätze bot. Das denkmalgeschützte Gebäude im Stil des Wilhelminischen Klassizismus war 1912 bis 1913 unter den Namen „Union-Palast“ als eines der ersten Lichtspieltheater entstanden. Von 1945 bis zur Schließung im Jahr 2000 war es als Filmbühne Wien bekannt und gehörte kurzzeitig sogar zu den Spielorten der Berlinale.

Bundesweit gibt es bisher zehn Apple Stores – etwa in Dresden, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln und München. Zuletzt gab es Medienberichte über schlechte Arbeitsbedingungen in den Geschäften. Apple will seine Ladeneröffnungen stets als überraschendes Event inszenieren und teilte zum Berliner Store wiederholt nur mit, man äußere sich „grundsätzlich nicht zu Spekulationen“. Bestätigt wurden die bereits seit Anfang 2011 kursierenden Gerüchte aber, als die Frankfurter Vermieterfirma auf ihrer Webseite meldete, man habe die Filmbühne Wien „komplett als Flagship-Store an Apple vermietet“. Nach einem Tag war der Hinweis, wohl auf Druck des Mieters, wieder verschwunden. Apple selbst veröffentlichte Stellenanzeigen für eine Filiale in Berlin, nannte aber keinen genauen Standort.

Zur langen Umbauzeit habe die unerwartet schlechte Altbausubstanz geführt, sagten Mitarbeiter der Baufirmen. Zuletzt hatte der November vorigen Jahres als wahrscheinlicher Zeitpunkt gegolten, zumal Apple damals in Kontakt mit Interessenten stand, die einen Teil der Räume für Veranstaltungen mieten wollten.

Bisher ist die Berliner Firma Gravis der größte deutsche Händler für iPhone, iPad, Mac und Zubehör. Das Ende 2012 vom Mobilfunkanbieter Mobilcom-Debitel aufgekaufte Unternehmen hat bundesweit 28 Filialen, davon sieben in Berlin. Gravis-Gründer und Geschäftsführer Archibald Horlitz hatte im Tagesspiegel gelassen reagiert. Showrooms seien „ein Tempel für die Produkte“, in denen der Hersteller „die Marke zelebriert“. Werde sie noch populärer, nütze dies auch Gravis. Am meisten verdiene man mit Beratung und Service.