Anwalt gegen Behörde : Verkehrsverwaltung gibt Kaiserdamm für Radfahrer frei

10.12.2012 19:31 UhrVon

Die Strecke zwischen Theodor-Heuss- und Ernst-Reuter-Platz ist für Radler ein Graus - aber ohne brauchbare Alternative. Jetzt wird die Benutzungspflicht für den von Gefahrenstellen gesäumten Radweg aufgehoben.

Auf Gottes Wegen. Eine Nonne fährt auf ihrem Hollandrad durch den Tiergarten. Liebe Leserinnen, liebe Leser: Senden Sie Ihre Fotos der Berliner Radkultur an leserbilder@tagesspiegel.de oder twittern Sie Bilder under dem Hashtag #Radkultur an @tagesspiegel.Bilder
Auf Gottes Wegen. Eine Nonne fährt auf ihrem Hollandrad durch den Tiergarten. Liebe Leserinnen, liebe Leser: Senden Sie Ihre Fotos der Berliner Radkultur an... - Foto: Marianne Drews

BerlinAuf einer der wichtigsten Ost-West-Achsen dürfen Radfahrer künftig auch die Fahrbahn benutzen: Die Verkehrslenkung des Senats (VLB) hat angekündigt, dass die blauen Radweg-Schilder zwischen Ernst-Reuter- und Theodor- Heuss-Platz größtenteils abmontiert werden. Damit haben Radler die Wahl, ob sie auf dem – wegen vieler Ausfahrten, fehlenden Sicherheitsabstands zu geparkten Autos und querenden Fußgängern gefürchteten – Radweg oder auf der achtspurigen Straße fahren wollen.

Veranlasst hat die Veränderungen der Rechtsanwalt Andreas Volkmann, indem er der Benutzungspflicht widersprochen hatte. Nur an den Kreisverkehren von Ernst-Reuter- und Theodor-Heuss-Platz sowie an der von besonders vielen Abbiegern frequentierten Kreuzung von Messedamm und Königin-Elisabeth-Straße sollen die Radwege benutzungspflichtig bleiben. Perspektivisch soll nach Angaben der VLB dort statt des Gehweg-Radweges ein Radfahrstreifen auf der Fahrbahn markiert werden. Wie gefährlich die jetzige Anlage ist, zeigte sich zuletzt im September: Eine 64-Jährige starb, als ein rechts abbiegender Lastwagen sie überrollte. Offenbar hatte der Lkw-Fahrer die geradeaus fahrende Frau auf dem Radweg nicht gesehen.

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