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Rabiate Fahrer zur Kasse bitten : Legt die Räder an die Kette!

09.12.2011 14:40 Uhrvon
Ackerstraße in Mitte. Dem Niederländer Koos Staal kam bei einem Berlin-Besuch sein Fahrrad abhanden - auf seltsame Weise. Es stand abgeschlossen in Mitte, doch als Staal es abholen wollte, war nur noch ein Schloss da. Foto: Koos StaalBilder
Ackerstraße in Mitte. Dem Niederländer Koos Staal kam bei einem Berlin-Besuch sein Fahrrad abhanden - auf seltsame Weise. Es stand abgeschlossen in Mitte, doch als Staal es abholen... - Foto: Koos Staal

Sie ignorieren rote Ampeln, fahren ohne Licht, haben mitunter nicht mal Bremsen – manche Pedalisten pfeifen auf die Regeln. Das nervt – weil sie verhindern, dass wir Radfahrer von der Verkehrspolitik ernst genommen werden. Was macht eigentlich die Polizei?

Montagmorgen, Köpenicker/ Ecke Heinrich-Heine-Straße. Autos drängen sich vor der Ampel, ein Radfahrer rollt von hinten heran, schaut nicht mal auf zum Rotlicht, fährt wacker auf die Kreuzung, taxiert den Fahrzeugstrom, der von links nach rechts vorbeizuckelt. Endlich tut sich eine Lücke auf, er zwängt sich hinein, weiter geht’s.

Dienstagabend, Oranienstraße. Zwei Radfahrerinnen schleichen in angeregter Unterhaltung nebeneinander her und lassen die übrigen Verkehrsteilnehmer an der Entdeckung ihrer Langsamkeit teilhaben. Wenigstens hat die junge Frau, die rechts fährt, vorn Licht. Zumindest flackert es dort ein bisschen, was vermutlich am rutschenden Dynamo liegt.

Es nieselt nämlich.

Mittwochabend, Warschauer Straße, zwei gewaltige Kopfhörer über einer Strickmütze …

Leute, das nervt! Ihr versaut das Image von uns Fahrradfahrern, wir alle müssen die Konsequenzen tragen. Jetzt bitte keine Ausreden von wegen: „Das ist meine eigene Sache, da darf man nicht pauschalisieren“. Das mag stimmen, wenn solche Lässlichkeiten dann und wann vorkommen. Mittlerweile sind sie aber so weit verbreitet, dass ich es anderen Verkehrsteilnehmer nicht verübeln kann, wenn sie auf „die Radfahrer“ schimpfen. Und mich anhupen, weil ich zu weit links fahre. Das würde ich an ihrer Stelle vielleicht auch tun, wenn ich bereits eine halbe Stunde Stadtverkehr hinter mir und dabei mein Radler-Aggressions-Konto aufgeladen hätte. Forderungen nach neuen Radwegen werden kaum Unterstützung finden, wenn sich viele von uns als kompromisslos-ignorante Vertreter dieser Gruppe präsentieren. Ernst genommen wird man so jedenfalls nicht.

Um hier nicht einen falschen Eindruck zu erwecken: Ich bin auch schon bei Rot über die Kreuzung gefahren, abends, wenn kein Auto kam. Und auch schon mal auf den (leeren) Bürgersteig gewechselt, weil Stau vor der Ampel war. Das wird wahrscheinlich auch in Zukunft wieder vorkommen. Ich behaupte aber, dass in den meisten Fällen zwar nicht im Einklang mit der Straßenverkehrsordnung, wohl aber mit einem vertretbaren Nutzen-Risiko-Verhältnis zu tun. Wer unbeleuchtet im Dunkeln mitten auf einer Hauptverkehrsstraße fährt, dem spreche ich jegliches Verantwortungsgefühl für sich und die übrigen Verkehrsteilnehmer ab.

Die Landesregierung will beim Ausbau der Fahrradwege sparen. Wie denken Sie darüber?

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