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Verkehrsplanung : Die Fahrradstadt kommt in die Spur

04.03.2012 00:00 Uhrvon
Mit diesen weißen "Geisterrädern" erinnert der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) an bei Unfällen ums Leben gekommene Radfahrer. Foto: Henning OnkenBilder
Mit diesen weißen "Geisterrädern" erinnert der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) an bei Unfällen ums Leben gekommene Radfahrer. - Foto: Henning Onken

Die Verkehrsplaner des Senats haben für die Radlermetropole Berlin auch in diesem Jahr viele schöne Ideen. Wenn nur das Geld dafür freigegeben würde. In jedem Fall wird es eine bemerkenswerte Saison.

Endlich werden die Finger am Lenker nicht mehr taub, und kein Fahrtwind lässt die Gesichtszüge gefrieren. Am Wegesrand singen die Amseln vom Frühling – und plötzlich sind auch jene Radler wieder im Stadtbild präsent, deren Gefährte in den vergangenen Monaten Winterschlaf gehalten haben. Zugleich drängen sich die Termine der Branche: Wenige Tage nach dem Fachkongress Vivavelo lädt an diesem Wochenende die Fahrradschau ans Gleisdreieck, bevor in drei Wochen die große Publikumsmesse Velo-Berlin unter dem Funkturm ansteht. Die Häufung ist Zufall – aber zugleich ein Indiz, dass die vom Senat vor knapp zehn Jahren erstmals ausgerufene „Fahrradstadt Berlin“ in die Spur kommt.

Der stadtweite Radverkehrsanteil von 13 Prozent – in der City viel mehr, in den Außenbezirken weniger – dürfte auch angesichts der aktuellen Benzinpreise weiter steigen. 2012 verspricht eine bemerkenswerte Fahrradsaison zu werden – im Guten wie im Schlechten. Denn die Verkehrsverwaltung hat viele Pläne in den Schubladen, die vorerst dort liegen bleiben müssen.

"Gestern aufgemalt, heute zugeparkt." Auf dem gerade erst eingerichteten Radstreifen an der Chausseestraße, in direkter Nachbarschaft zum neuen BND-Gebäude, stehen massenhaft Autos. Foto: Michael StoykeBilder
"Gestern aufgemalt, heute zugeparkt." Auf dem gerade erst eingerichteten Radstreifen an der Chausseestraße, in direkter Nachbarschaft zum neuen BND-Gebäude, stehen massenhaft... - Foto: Michael Stoyke

Dieter Wagner, Verkehrsplaner beim Senat, zählt die Orte auf, an denen weitere Fahrradspuren markiert werden sollen: Straße der Pariser Kommune, Am Friedrichshain, Schönholzer Weg, Müller-, Germanen-, Kniprode-, Michelangelo-, Hansa-, Sömmering-, Lise-Meitner-, Stadtrand-, Schneller-, Suermondt- und Markstraße. Laut Wagner sollen die Spuren an Kreuzungen nicht mehr am rechten Straßenrand verlaufen, sondern zwischen den Fahrspuren für geradeaus fahrende und rechts abbiegende Autos geführt werden. „Das machen wir überall, wo wir Platz für eine separate Rechtsabbiegerspur haben“, sagt Wagner.

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Berlin  03.03.2012  MinMesse Fahrradschau

Vielen Radlern ist es unheimlich, auf Magistralen wie Holzmarkt- und Mühlenstraße vor der Kreuzung vom rechten Rand mitten auf die Fahrbahn geleitet zu werden – und dann vielleicht zwischen zwei Lastwagen an der Ampel zu stehen. Aber das Unbehagen sei subjektiv, sagt Wagner: „Wir beseitigen damit einen entscheidenden Unfallschwerpunkt. Nämlich die Gefahr, dass Rechtsabbieger Radfahrer schneiden.“ Selbst ein sehr schnell nahender Autofahrer könne den vorausfahrenden Radler bei der neuen Verkehrsführung kaum übersehen. Und seit Jahren verunglücken die meisten Radler, weil sie von abbiegenden Autos umgefahren werden. Dramatisch sind solche Kollisionen mit Lastwagen: Sechs von elf getöteten Radlern seien 2011 auf diese Weise ums Leben gekommen, berichtet Philipp Poll, Landesgeschäftsführer des ADFC. Der Radfahrerverband sei deshalb „sehr froh“ über die neue Variante.

Was halten Sie von der Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH), dass bei unverschuldeten Unfällen Radfahrer ohne Schutzhelm Anspruch auf vollen Schadenersatz haben?

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