Vorsicht, die Straße blinkt! : Wie Radler vor Rechtsabbiegern geschützt werden können

Fünf Radfahrer sind im vergangenen Jahr in Berlin ums Leben gekommen, weil sie von Rechtsabbiegern übersehen wurden. Nun sucht der Senat nach Ideen, wie sich solche Unfälle vermeiden lassen. Diskutieren Sie mit!

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Ich sehe was, was du nicht siehst. Und das hat zwei Räder. Der Radverkehr in Berlin soll bald sichtbarer werden.
Ich sehe was, was du nicht siehst. Und das hat zwei Räder. Der Radverkehr in Berlin soll bald sichtbarer werden.Foto: picture alliance / dpa

Blinkende Leuchten auf der Straße, besondere Spiegel an Ampeln, Kameras an Lastwagen – dies sind nur einige Ideen, die Radfahrer vor rechtsabbiegenden Fahrzeugen besser schützen sollen. Fünf Radler sind bei Unfällen mit Rechtsabbiegern im vergangenen Jahr in Berlin ums Leben gekommen. Jetzt startet die Senatsverkehrsverwaltung eine Kampagne für mehr Sicherheit. Dabei sollen auch Vorschläge und Hinweise der Berliner einbezogen werden – und Erfahrungen aus anderen Städten.

Leuchten neben den Radstreifen beginnen zu blinken

Die blinkenden Leuchten auf dem Asphalt werden derzeit in Kopenhagen getestet. Die dänische Hauptstadt gilt als besonders fahrradfreundlich. Breite Radstreifen, zum Teil als „Autobahn“ bezeichnet, durchziehen die Stadt. Neun von zehn Kopenhagenern sollen regelmäßig aufs Rad steigen. Die Leuchten auf der Straße neben dem Radstreifen beginnen zu blinken, sobald Sensoren etwa 25 Meter vor der Kreuzung einen Radfahrer orten. So sollen Autofahrer, die womöglich den „Radlerblick“ nach hinten unterlassen, bemerken, dass ein Fahrradfahrer kommt. Diese Lösung ist allerdings teuer.

Berlin fährt Rad
Diesen Tretroller hat die Fahrradstaffel der Berliner Polizei in Mitte aus dem Verkehr gezogen. Begründung: Das sportliche Gefährt fährt mit Elektromotor - und zwar autonom mit einem Gaspedal. Dafür hätte der Fahrer eine Zulassung gebraucht.Weitere Bilder anzeigen
1 von 411Foto: Polizei Berlin
28.07.2017 10:51Diesen Tretroller hat die Fahrradstaffel der Berliner Polizei in Mitte aus dem Verkehr gezogen. Begründung: Das sportliche Gefährt...

Weitwinkelspiegel an Ampeln gegen den "toten Winkel"

Billiger sind an den Ampeln angebrachte Spiegel, die den Blickbereich der Autofahrer erweitern. Mit solchen Weitwinkelspiegeln versucht man in Münster, Radfahrer besser zu schützen. Sogenannte Trixi-Spiegel, benannt nach einem verunglückten Kind, können auch an Verkehrszeichen befestigt werden. Bei ihnen kann der Lastwagen- oder Busfahrer den ganzen Bereich vor und rechts neben seinem Fahrzeug vollständig überblicken, einen „toten Winkel“ gebe es nicht mehr, wirbt der Hersteller. Freiburg musste aber feststellen, dass die Spiegel oft zerstört wurden – warum auch immer.

Abgefahren - Ihre unbeliebtesten Radstrecken
Anstrengend, diese Senserei! Da braucht man mal eine Pause ... Brigitte Siegfried begegnete diesem Stillleben an der Jafféstraße in Westend.Weitere Bilder anzeigen
1 von 475Foto: Brigitte Siegfried
25.07.2017 12:14Anstrengend, diese Senserei! Da braucht man mal eine Pause ... Brigitte Siegfried begegnete diesem Stillleben an der Jafféstraße...

An schweren Lastwagen soll ein zusätzlicher großwinkeliger Rückspiegel die Sicht nach hinten verbessern, doch vollständig erfassen lässt sich der Streifen rechts vom Fahrzeug dadurch nicht.

Geradeausspur bei neuen Radstreifen links neben der Abbiegespur für Autos

Bei neuen Radstreifen legen die Planer in Berlin inzwischen die Geradeausspur der Radfahrer links neben die Abbiegespur der Autos, die vorher den Radstreifen queren müssen. Hier soll der Sichtkontakt besser sein als beim Warten an der Ampel.

Fahrradkultur auf Dänisch
Die Stadtreinigung hat spezielle angeschrägte Mülleimer an den großen Wegen aufgestellt, um die Entsorgung zu erleichtern.Alle Bilder anzeigen
1 von 7Foto: Mikael Colville-Andersen
16.01.2012 18:00Die Stadtreinigung hat spezielle angeschrägte Mülleimer an den großen Wegen aufgestellt, um die Entsorgung zu erleichtern.

Was der beste Schutz ist, soll nun ein Forschungsprojekt mit Experten zeigen. Aber auch auf Hinweise und Ideen aus der Bevölkerung warte man, sagte die Sprecherin der Verwaltung, Daniela Augenstein. Losgehen soll es am 12. November.

Liebe Leserinnen, liebe Leser: Wie können Radfahrer am besten vor rechtsabbiegenden Fahrzeugen geschützt werden? Diskutieren Sie mit!

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