• Fall Jonny K. am Alex: Hauptverdächtiger soll mit tödlicher Prügelattacke geprahlt haben

Fall Jonny K. am Alex : Hauptverdächtiger soll mit tödlicher Prügelattacke geprahlt haben

Am Sonntagnachmittag findet eine öffentliche Gedenkfeier für den am Alexanderplatz getöteten Jonny K. statt. Derweil berichtet der "Spiegel", der weiterhin flüchtige Hauptverdächtige habe mit seiner Tat angegeben. Er wird mit den Worten zitiert, „einen Typen totgeschlagen“ zu haben.

In der Marienkirche zeigt Tina einen Anhänger in die Kameras. Jeder in der Familie hat ein. Auch ihr getöteter Bruder Jonny.Weitere Bilder anzeigen
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24.10.2012 18:04In der Marienkirche zeigt Tina einen Anhänger in die Kameras. Jeder in der Familie hat ein. Auch ihr getöteter Bruder Jonny.

Knapp zwei Wochen nach dem tragischen Tod des 20-jährigen Opfers einer Prügelattacke am Alexanderplatz können Berliner am Sonntag Abschied von dem jungen Mann nehmen. Zwischen 15 und 18 Uhr findet im Haus der Begegnung in Westend eine öffentliche Gedenkfeier statt (Fürstenbrunner Weg 10-12). Ob der Regierende Bürgermeister, Klaus Wowereit (SPD), an der Trauerfeier teilnimmt, sei noch offen, hieß es in der Senatskanzlei. Innensenator Frank Henkel (CDU) werde an der Gedenkveranstaltung teilnehmen, sofern er wieder gesund sei, sagte eine Sprecherin. Die Beisetzung selbst soll im engsten Familienkreis stattfinden, der Termin dafür ist nicht bekannt.

Der Hauptverdächtige soll indes mit der Tat geprahlt haben. Nach Angaben von Bekannten habe der 19-Jährige wenige Stunden danach erklärt, gemeinsam mit anderen „einen Typen totgeschlagen“ zu haben, schreibt das Nachrichtenmagazin „Spiegel“. Der mutmaßliche Haupttäter ist weiter flüchtig. Er soll sich laut Polizei möglicherweise in die Türkei abgesetzt haben. Das Opfer, der 20 Jahre alte Jonny K., war am 14. Oktober von mehreren Unbekannten so brutal zusammengeschlagen worden, dass er einen Tag später starb.

Mehreren Medienberichten zufolge handelt es sich bei dem mutmaßlichen Haupttäter um einen früheren Amateurboxer und polizeibekannten Gewalttäter. Er ist demnach wegen Körperverletzung, Nötigung und Waffenbesitzes vorbestraft. Als Boxer war er dem Nachrichtenmagazin „Focus“ zufolge Berliner Junioren-Vizemeister. Wenige Wochen vor der Tat soll er wegen mehrfacher Vorstrafen ein Anti-Gewalt-Seminar absolviert haben. Von seinem Umfeld werde er als äußerst aggressiv beschrieben, hieß es.

Nach der Gewalttat am Alexanderplatz kam ein 19-jähriger Verdächtiger in U-Haft; zwei weitere, die sich gestellt hatten, kamen wieder auf freien Fuß. Mehrere weitere Tatverdächtige werden noch
gesucht. (dapd/dpa)

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