Fall Jonny K : Verdächtige möglicherweise in Griechenland

Der mutmaßliche Haupttäter, der den 20-jährigen Jonny K. vor vier Wochen am Alexanderplatz getötet haben soll, ist immer noch in der Türkei. Jetzt gibt es Hinweise darauf, dass seine Mittäter sich in Griechenland aufhalten könnten.

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Am Alexanderplatz brennen immer noch die Kerzen in Gedenken an Jonny K.
Am Alexanderplatz brennen immer noch die Kerzen in Gedenken an Jonny K.Foto: dapd

Nach der Tötung des 20-jährigen Jonny K. am Alexanderplatz befindet sich der 19-jährige mutmaßliche Haupttäter, Onur U., offenbar weiterhin in der Türkei. Das Rechtshilfeersuchen an die dortigen Behörden zur Auslieferung des Verdächtigen sei dort eingegangen, hieß es in Polizeikreisen. Zwei weitere Verdächtige, Bilal K. (24) und Hüseyin I. (21), halten sich möglicherweise in Griechenland auf. Nach Tagesspiegel-Informationen haben sie die griechische Staatsbürgerschaft. Die Staatsanwaltschaft kommentierte dies auf Anfrage nicht.

Wie berichtet, war Jonny K. am 14. Oktober vor der Bar „Cancun“ so brutal zusammengeschlagen worden, dass er wenig später an einer Hirnverletzung starb. Nach Befragung von Zeugen und der Auswertung von Handy- und Videobildern gelang es den Ermittlern, sechs Verdächtige zu identifizieren.

Als mutmaßlicher Haupttatverdächtiger gilt der Amateurboxer Onur U. Ein „Bild“-Reporter hatte ihn kurz nach der Tat in der Türkei aufgespürt. Ihm gegenüber kündigte U. an, freiwillig nach Deutschland zurückkehren zu wollen, um sich den Vorwürfen zu stellen. Der 19-Jährige war in den vergangenen Jahren bereits mehrfach wegen Gewaltdelikten und Nötigung zu Jugendstrafen verurteilt worden. Dazu gehörten gemeinnützige Arbeit, Jugendarrest oder ein Anti- Aggressions-Training.

Trauerfeier für Jonny K.
Hunderte Berliner kamen nach Westend, um von Jonny K. Abschied zu nehmen.Weitere Bilder anzeigen
1 von 18Foto: dapd
28.10.2012 14:58Hunderte Berliner kamen nach Westend, um von Jonny K. Abschied zu nehmen.

Jonny K. war am 28. Oktober in Westend beigesetzt worden. Mittlerweile gibt es Diskussionen, ob am Tatort in der Nähe des Alexanderplatzes ein Mahnmal für Opfer von Gewalt in der Öffentlichkeit aufgestellt werden soll. Die Polizei hat zudem ihre Präsenz verstärkt – allerdings nur bis 22 Uhr.

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