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Familie tot aufgefunden : Kohlenmonoxid: Es war ein Unfall

Die sechs Menschen in Berlin-Köpenick starben wahrscheinlich an einer Kohlenmonoxidvergiftung. Das teilte die Staatsanwaltschaft am Dienstag nach der Obduktion der sechs Leichen mit.

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Sechs Leichen hat die Polizei am Montagnachmittag aus einem Haus in der Puchanstraße in Köpenick geborgen. Bei den Toten handelt es sich um eine 27-jährige Frau, ihre vier Kinder (ein bis sieben Jahre alt) und ihren 40 Jahre alten Lebensgefährten. Der Mann war nicht der Vater der Kinder.Alle Bilder anzeigen
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26.07.2011 08:57Sechs Leichen hat die Polizei am Montagnachmittag aus einem Haus in der Puchanstraße in Köpenick geborgen. Bei den Toten handelt...

Die Berliner Staatsanwaltschaft bestätigte am Dienstagmittag, dass es sich bei dem Familiendrama in Köpenick um einen schrecklichen Unfall handelt. Die Obduktion der sechs Leichen habe ergeben, dass es sich um eine Vergiftung mit Kohlenmonoxid handelt. Hinweise auf ein Gewaltverbrechen oder einen sogenannten erweiterten Suizid liegen dagegen nicht vor. Wie es zu dem Unglück kommen konnte, sei Gegenstand weiterer Ermittlungen, teilte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft am Dienstag mit. Weitere chemisch-toxikologische Untersuchungen seien geplant, die noch längere Zeit in Anspruch nehmen könnten.

In Köpenick waren am Montagnachmittag in einer Wohnung in der Puchanstraße die Leichen einer Frau, ihrer vier Kinder und ihres Lebensgefährten gefunden worden. Die Hintergründe der Tragödie waren bis zum späten Abend unklar geblieben; auch eine stundenlange Untersuchung der Wohnung durch die Spurensicherung hatte keinerlei Anhaltspunkte über die Todesursache gebracht. Die Toten hatten keine äußeren Verletzungen.

Noch am Abend wurden die Leichen in die Gerichtsmedizin gebracht, wo sie obduziert werden sollten. Die Polizei hatte weder einen Unglücksfall noch ein Gewaltverbrechen ausgeschlossen.

Die Frau war 27 Jahre alt, ihre Kinder zwischen einem und sieben Jahren. Bei dem toten Mann im Alter von 40 Jahren handelt es sich nicht um den Vater der Kinder.

Am Abend hatte auch ein Monteur von der Gasag-Entstörungsstelle die Anlagen in der Wohnung untersucht. „Er fand keine technischen Unstimmigkeiten“, sagte Polizeisprecher Tönnies. Eine junge Frau hatte kurz zuvor den vor dem Haus wartenden Journalisten erzählt, dass ihre Schwiegermutter im Januar aus der Wohnung ausgezogen sei. „Die vier Zimmer befanden sich in einem sehr schlechten Zustand“, sagte die Frau. Unter anderem sei die Gasanlage nicht mehr funktionstüchtig gewesen. Am Montag wurde allerdings kein Gasgeruch festgestellt.

Nach Angabe der Polizei hatte ein Familienangehöriger gegen Mittag bei einer Polizeidienststelle angerufen, weil er sich Sorgen um die Familie gemacht hatte. Er habe schon „eine Weile“ nichts mehr von ihr gehört. Die alarmierten Beamten hörten in der im Erdgeschoss gelegenen Wohnung keinerlei Geräusche; die Feuerwehr brach die Tür auf. In der Wohnung machten die Polizisten dann die grausige Entdeckung. Nach unbestätigten Angaben soll sich der frühere Lebenspartner der Frau an die Polizei gewandt haben. Die Polizei hatte die ruhige Puchanstraße unweit des Mandrellaplatzes abgesperrt. Nur Hausbewohner, die sich ausweisen konnten, durften das Gebäude betreten. Die Jalousien der Wohnung blieben geschlossen.

Bereits im Februar dieses Jahres war ein dreijähriges Mädchen im brandenburgischen Gollwitz durch die Abgase eines Kamins gestorben, die restliche Familie kam in eine Klinik. (mit dapd)

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