Felix da Housecat musste draußen bleiben : Im Berghain gibts keinen Promi-Bonus

Felix da Housecat ist DJ. Ins Berghain kam er nicht. Wie das normalerweise abläuft, erklärt die Club Commission Berlin.

Simon Grothe, Jascha Edert
Ärger am Berghain. Felix da Housecat scheiterte am Türsteher. Foto: AFP
Ärger am Berghain. Felix da Housecat scheiterte am Türsteher.Foto: AFP

Felix kam am Freitag nicht ins Berghain. So weit so gut, da war er bestimmt nicht der Einzige. Jedoch ist Felix kein gewöhnlicher Clubgänger, sondern ein gefeierter DJ und Technoproduzent aus Chicago, der schon für Madonna oder Kylie Minogue remixte. Nachdem „Felix da Housecat“ im Prince Charles am Moritzplatz auflegte, wollte er die Nacht im Berghain ausklingen lassen. Nur ist der Club nicht gerade für entspannte Türsteher bekannt. Die wiesen den „Stubentiger“ ab – und er fuhr die Krallen aus. Auf Twitter beschimpfte er das Berghain als rassistisch und schrieb, der Club habe sich mit dem Falschen angelegt. Sein Management löschte dann die nächtlichen Tweets, doch der DJ twitterte am nächsten Morgen weiter: „Ich zeige keine Reue, ich stehe hinter jedem Wort, denn es ist die Wahrheit.“ Und weiter: „Das hat mir gezeigt, was aus der Szene geworden ist.“ Das Berghain habe die Chicagoer House-Bewegung mit Füßen getreten und sei *****(Genaueres auf Twitter @TheeRealFDHC). Aber sollte er als Promi überhaupt einen besonderen Status an der Tür genießen?

Abgewiesen am Berghain
"Dieser Club ist wohl zu berühmt für uns": Die vier Touristen Banban (23, Philippinen), Elmear (24, Irland), Craig (27, Australien) und Ramesh (25, Indien, von links nach rechts) sind an der härtesten Tür Berlins im Berghain gescheitert. Foto: Mike WolffWeitere Bilder anzeigen
1 von 10Foto: Mike Wolff
23.02.2015 08:46"Dieser Club ist wohl zu berühmt für uns": Die vier Touristen Banban (23, Philippinen), Elmear (24, Irland), Craig (27,...

„Nein“, sagt Lutz Leichsenring von der Club Commission Berlin, einem Verein, der sich für die Erhaltung der Berliner Clubkultur einsetzt. „Dennoch hätten sie ihn reinlassen sollen“, sagt er. „Normalerweise sagt das Management Bescheid, bevor jemand wie er vorbeikommt“. Das wurde wohl verpasst. Leichsenring betont auch die Trennung von Club und Diskothek. „Ein Club ist auf eine Szene zugeschnitten. Hier treten Künstler auf, die ein bestimmtes Publikum ansprechen sollen.“ Also müssten auch die Türsteher strenger sein. Eine Diskothek hingegen sei kommerziell ausgerichtet, der DJ eine Art Dienstleister.

Während man im Club darauf achtet, ob der Gast zur Szene gehört, werben Diskos etwa mit Billig-Drinks und Gratis-Eintritt für Frauen, um wiederum männliche Gäste zu locken. Betrunken sei Felix jedenfalls nicht gewesen, behauptet der Chicagoer DJ auf Twitter. „Vielleicht sah er einfach nicht verrückt genug aus“, sagt einer, der ein Jahr im Berghain gearbeitet hat, „das ist wichtiger als Hautfarbe oder Promistatus“. Das Berghain möchte den Vorgang nicht kommentieren. All das zeigt: Die Tür bleibt ein Mysterium.

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