Finanzdeal in Berlin : Berlinovo verkauft Pflegeheime

28 Pflegeheime hat die Berlinovo verkauft, dafür kassiert das landeseigene Unternehmen 420 Millionen Euro. Damit baut die einstige "Bad Bank" ihre hohen Schulden teilweise ab.

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Die ehemalige Berliner Bankgesellschaft wurde abgewickelt. Das Land übernahm die maroden Immobilien-Fonds und zahlte die Anteilseigner aus. Die Berlinovo macht mit den Immobilien aus diesen Fonds inzwischen gute Geschäfte.
Die ehemalige Berliner Bankgesellschaft wurde abgewickelt. Das Land übernahm die maroden Immobilien-Fonds und zahlte die...Foto: Stephanie Pilick/dpa

Das Können gehöre dazu, aber auch das Glück, sagt Berlins Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen (SPD). Von der einstigen „Bad Bank“ Berliner Immobilienholding (BIH), der 2006 die Skandalfonds der Berliner Bankgesellschaft übertragen wurden, gehe inzwischen keine Gefahr mehr für den Landeshaushalt aus. Die BIH, 2012 in Berlinovo umgetauft, werde ihre Schulden von knapp 130 Prozent des Unternehmenswertes (2010) auf 70 Prozent Ende dieses Jahres abbauen können. Am Mittwoch tagte der Berlinovo-Aufsichtsrat, dessen Vorsitzender Kollatz-Ahnen ist, und gab einen Deal bekannt, der 420 Millionen Euro in die Kassen spült, davon geht rund die Hälfte in die Schuldentilgung.

Codename des Deals: Pegasus

Nach langwierigen Verhandlungen wurden 28 Pflegeheime, gelegen in den westlichen Bundesländern und Thüringen, im Paket an die Deutsche Wohnen verkauft. Der Deal – interner Codename „Pegasus“ – habe mehr Geld eingebracht als vor einem Jahr vermutet, sagte Kollatz-Ahnen. Die Berlinovo solle sich möglichst bis 2020 von allen Immobilien außerhalb Berlins trennen. Schon im Januar sei das letzte von fünf Objekten in Großbritannien verkauft worden – ebenfalls ein günstiger Zeitpunkt, weil noch niemand vom Brexit ahnen konnte, der inzwischen zu einem deutlichen Minus bei den Immobilienpreisen auf der Insel führte. Das Immobilienvermögen der Berlinovo belaufe sich trotz der Verkäufe derzeit noch auf drei Milliarden Euro. Zielstellung für 2020 sei ein Wert von zwei Milliarden Euro.

Um mögliche Risiken in der Zukunft abzuschirmen, werde die Berlinovo keine Gelder ans Land abführen, erklärte Kollatz-Ahnen, erst 2026 sei die „Endabrechnung“ der einstigen Immobilienfonds der Bankgesellschaft geplant. Berlinovo werde zunächst vor allem in den Bau von Studenten-Apartments und Flüchtlingsheime investieren. Vier Objekte seien derzeit in Planung.

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