Finanzierung des Hauptstadtflughafens : Berlin will BER-Mehrkosten ohne neue Kredite begleichen

11.09.2012 10:18 Uhrvon und
Die Zusatzkosten des Flughafens Berlin Brandenburg Willy Brandt (BER) in Schönefeld sollen ohne weitere Darlehen beglichen werden. Foto: dapd
Die Zusatzkosten des Flughafens Berlin Brandenburg Willy Brandt (BER) in Schönefeld sollen ohne weitere Darlehen beglichen werden. - Foto: dapd

Mehr Steuereinnahmen, weniger Zinsausgaben: Ein Finanzpolster soll reichen, um die Zusatzkosten für den BER zu begleichen. Der Finanzsenator will so eine Neuverschuldung umgehen.

Das Land Berlin kann die Mehrkosten für den Flughafen BER finanzieren, ohne die Neuverschuldung zu erhöhen. Wie aus Koalitionskreisen verlautet, wird Finanzsenator Ulrich Nußbaum (parteilos, für SPD) am Dienstag im Senat einen Nachtragshaushalt für 2012 vorlegen, der höhere Steuereinnahmen und niedrigere Zinsausgaben nutzt, die im bisherigen Etat für das laufende Jahr nicht eingeplant waren. Dieses Finanzpolster reicht offenbar aus, um den Berliner Anteil an den Zusatzkosten in Höhe von 444 Millionen Euro vollständig zu finanzieren.

In den folgenden Jahren wird nicht mit weiteren Belastungen aus dem Flughafen-Desaster gerechnet. Der Senator hofft sogar, dass ein Teil der staatlichen Finanzspritze für die Flughafengesellschaft von insgesamt 1,177 Milliarden Euro nur als Darlehen gezahlt wird, das ab 2020 an die Gesellschafter Berlin, Brandenburg und Bund zurückgezahlt werden könnte.

Brandenburg hat seinen gleichhohen Anteil an den Zusatzkosten für den BER bereits im Entwurf des Haushaltsplans 2013/2014 eingestellt, und zwar mit einem Puffer. Derzeit wird der Etatentwurf im Parlament beraten. Danach hätte die Regierung notfalls sogar Zugriff auf bis zu 620 Millionen Euro, um Finanzlücken am BER zu schließen.

Das BER-Fiasko in Bildern

Auf einer Sondersitzung des Hauptausschusses des Landtags zum BER-Debakel am Montag äußerte sich Regierungschef Matthias Platzeck (SPD) allerdings zuversichtlich, dass es keine neuen bösen Überraschungen bei den nunmehr auf 4,3 Milliarden Euro gestiegenen Kosten für den Hauptstadtflughafen gibt, dessen Bau noch 2009 mit 2,4 Milliarden Euro veranschlagt worden war. „Es ist die Einschätzung aller im Aufsichtsrat, dass die von der Geschäftsführung vorgelegte Finanzplanung plausibel ist“, sagte Platzeck.

In der Sitzung versicherte Technik-Geschäftsführer Horst Amann, dass der Flughafen definitiv am 27. Oktober 2013 an den Start gehen werde. Es gebe nach dem „Reset“ einen „detaillierten verbindlichen, vernetzten Plan“ und zwar für die „weiteren Planungsprozesse und die folgende Bauausführung“, sagte Amann. „Es ist ohne große Puffer. Aber wir garantieren, dass es funktioniert.“ Bei den von Brandenburgs CDU-Fraktion bei einem Baustellenbesuch dokumentierten Rissen in einem Betonpfeiler gab Amann Entwarnung. Die seien „unschön“, müssten saniert werden, hätten aber keinerlei Auswirkungen auf die Tragfähigkeit.

Umfrage

Vom 17.-19. Mai findet in Berlin der 18. Karneval der Kulturen statt. Werden Sie an Veranstaltungen teilnehmen?

Service

Zehlendorf Blog

Wir möchten mit Ihnen ein Experiment wagen: Unsere Zehlendorf-Seite ist online - das digitale Magazin aus dem Berliner Südwesten. Ein journalistisches Produkt zum Mitgestalten. Jeden Tag kümmern wir uns, gemeinsam mit Jugendlichen und Leser-Reportern, um die spannendsten Geschichten aus dem Stadtteil, um lokale Politik und das Lebensgefühl der Menschen.
Der Zehlendorf Blog - das neue hyperlokale Online-Magazin

Entdecken Sie Berlin


Wo sind die besten Cafés der Stadt zu finden? Wo die besten Spielplätze? Oder wie finde ich die interessantesten Museen und Theater?
Mit der neuen Best-of-Berlin-App können Sie spielend Berlin entdecken.

Der Stadtleben-Blog

In Berlin kommt man nicht zur Ruhe. Zum Glück. Hier bloggen vier Tagesspiegel-Autoren über Kultur, Szene und Nachtleben der Stadt.
Berichte aus einer lauten Stadt

Nachrichten aus den Bezirken

Hast du als HartzIV-Bezieher deiner Oma ihr Kanapee für 100 Euro verkauft und den Betrag nicht angegeben, wird dir beim nächsten Mal das Geld abgezogen und du bekommst eine 3 monatige Sanktion auf dein Existenzminimum. Verbrätst du als Politiker Millionen (können gerne auch mal Milliarden sein), dann gibt es aber - holla die Waldfee - ein richtig kräftiges DuDu... mindestens...
Diskutieren Sie mit!

Weitere Themen

Willkommen im Tagesspiegel

In unserem Verlagsgebäude finden Lesungen und Salons, Konzerte, Vorträge und Seminare für Leserinnen und Leser statt, zu denen wir Sie herzlich einladen.
Das Stadtmagazin des Tagesspiegels.

Tagesspiegel-Spendenaktion

Erleben sie mit tagesspiegel.de die ganz besonderen Veranstaltungen in Berlin und Umgebung. Hier können Sie sich Ihre Tickets zum Aktionspreis sichern.

Weitere Tickets...