Finsteres Westhavelland : Ein Paradies für Sternengucker

Das Westhavelland in Brandenburg liegt nur 80 Kilometer westlich von Berlin. Dort ist es nachts jedoch so dunkel, dass die Gegend zu Deutschlands erstem „Sternenpark“ ernannt wurde. Die Chefin des Naturparks hofft nun auf zahlreiche Neugierige.

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Schön romantisch. In dunklen Landstrichen sind die Sterne gut zu sehen. Foto: dpa
Schön romantisch. In dunklen Landstrichen sind die Sterne gut zu sehen. Foto: dpaFoto: picture alliance / dpa

Jetzt steht es offiziell fest: Brandenburg ist über weite Strecken eine ziemlich finstere Gegend. Zu den besonders dunklen Gebieten gehört das Westhavelland, 80 Kilometer westlich Berlins bei Rathenow gelegen. Die Region kann sich nun „Deutschlands erster Sternenpark“ nennen. Diesen Titel hat die International Dark-Sky Association (IDA) verliehen. Immer wieder waren Mitglieder dieser Gesellschaft zum Schutz des dunklen Nachthimmels seit 2011 in die fast menschenleere Gegend gereist, um das entscheidende Kriterium für einen „Sternenpark“ zu prüfen: Die Milchstraße muss mit bloßem Auge nicht nur als Himmelskörper zu erkennen sein. Man muss sie auch als plastisches Gebilde mit möglichst vielen einzelnen Sternen wahrnehmen können. Weltweit gibt es bisher nur 24 dieser ausgewiesenen Beobachtungspunkte, in Europa zählt die Liste acht Orte. Vor allem in Schottland und Ungarn werben Regionen mit „absoluter Dunkelheit“.

Die Chefin des Naturparks Westhavelland, Kordula Isermann, freut sich auf viele Neugierige. „Astronomen und Hobby-Sternengucker suchen ja immer nach Orten ohne störende künstliche Lichtquellen“, sagte sie. „Das können wir ihnen nun bieten.“ Der Naturpark Westhavelland wird künftig von der Internationalen Nachthimmel-Gesellschaft als Reiseziel beworben. Es gibt schon eine detaillierte Landkarte mit bezeichneten Gebieten, in denen es keine oder für die Himmelsbeobachtung unerhebliche Lichtquellen gibt. Dazu zählen die kaum besiedelten Landstriche rund um das winzige Lohm südlich der Bahnstrecke zwischen Neustadt und Bad Wilsnack, nördlich und südlich des Gülper Sees bei Strodehne und Parey sowie am Hohennauener See bei Semlin.

Schon jetzt bietet eine Sternenkundlerin in Strodehne abendliche Touren mit Erklärungen an. Der nächste Ausflug beginnt am 7. März um 18 Uhr im Raum der Vielfalt (Informationen unter www.marion-werner.de).

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