Flüchtlinge in Berlin : "Moabit Hilft" sagt Teilnahme am Senatsempfang ab

Der Senat will heute Initiativen von Flüchtlings-Unterstützern mit einem Empfang ehren. Die Initiative "Moabit hilft" sagte jetzt ihre Teilnahme ab.

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Die Unterstützer von "Moabit hilft!" demonstrieren gegen die Zustände beim Lageso in der Turmstraße.
Die Unterstützer von "Moabit hilft!" demonstrieren gegen die Zustände beim Lageso in der Turmstraße.Foto: Paul ZInken/dpa

Seit Monaten schon kritisieren die Mitglieder der Willkommens-Initiative "Moabit hilft!" die katastrophalen Zustände vor dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) an der Turmstraße in Moabit. Jetzt sagte die Initiative die Teilnahme an einem Empfang im Roten Rathaus ab, mit dem der Senat die Flüchtlings-Unterstützer ehren möchte. In einer Mitteilung auf Facebook wird die Absage damit begründet, dass man "diese Einladung zu diesem Zeitpunkt als geschmacklos und bigott" empfindet. Der Senat halte sein Versprechen nicht, alles zu tun, "um die ankommenden Menschen bestmöglich aufzunehmen, zu versorgen und zu integrieren". Stattdessen stünden wieder Menschen im Regen und im Dreck. Man wolle keinem Begegnungs-Chor lauschen, während vor dem Lageso Menschen unterversorgt sind, heißt es weiter. Der Begegnungschor wurde erst vor kurzem gegründet, in ihm singen Ehrenamtliche und Flüchtlinge.

Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat zu dem Empfang eingeladen, um sich bei den vielen in der Flüchtlingshilfe aktiven Ehrenamtlichen zu bedanken. "Nur gemeinsam können wir es schaffen, dass die Menschen, die zu uns kommen, hier ein neues, sicheres Leben in Frieden, Freiheit und Demokratie beginnen können", sagt Müller in der Einladung zum Empfang.

An dem Abend will auch der neue Staatssekretär für Flüchtlingsmanagement, der ehemalige Berliner Polizeipräsident Dieter Glietsch, seine Arbeit vorstellen.

Erst am vergangenen Samstag hatte die Initiative "Moabit hilft!" zu einer Demonstration am Neptunbrunnen in Mitte aufgerufen. Redner kritisierten dort die nach wie vor unzureichende Betreuung der Flüchtlinge am Lageso.

Unter diesem Link dokumentieren wir die Absage der Initiative im Wortlaut.

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