Flughafen BER : Berliner Taxifahrer drohen mit Boykott

30.01.2012 14:48 UhrVon Klaus Kurpjuweit
LDS oder B? Das Taxigewerbe ist umkämpft. Foto: Mike Wolff
LDS oder B? Das Taxigewerbe ist umkämpft. - Foto: Mike Wolff

In fünf Monaten eröffnet der neue Flughafen Berlin Brandenburg. Aber noch immer gibt es keine verbindlichen Regelungen zwischen Taxifahrern aus Berlin und dem Landkreis Dahme-Spreewald. Das Berliner Taxigewerbe schließt einen Boykott nicht aus.

Kein Taxi zum neuen Flughafen in Schönefeld? Was unglaublich klingt, könnte Wirklichkeit werden. Auch fünf Monate vor der Eröffnung des Flughafens Berlin Brandenburg ist immer noch nicht geregelt, unter welchen Vorgaben Taxifahrten stattfinden werden. Sollte es keine Einigung geben, schließt das Berliner Gewerbe sogar einen Boykott des neuen Flughafens nicht aus.

Jetzt hat die Senatsverkehrsverwaltung einen neuen Anlauf gemacht und dem Landkreis Dahme-Spreewald (LDS) einen geänderten Entwurf vorgelegt. Die Antwort werde in dieser Woche erwartet, sagte die Sprecherin der Verkehrsverwaltung, Daniele Augenstein.

Sollte sie für die Berliner nicht zufriedenstellend ausfallen, kann es auch hier zu Protestaktionen kommen. Die Crux liegt an der Lage des neuen Flughafens.

Er ist im Prinzip der Flughafen Berlins, liegt aber auf Brandenburger Gebiet. Und dort ist für das Taxigewerbe der Landkreis Dahme-Spreewald zuständig, der die Interessen der rund 200 Taxifahrer aus dem LDS-Gebiet vertritt, die am Flughafen auf Kunden warten. Schon heute sollten Fahrgäste darauf achten, in welches Taxi sie steigen. Wählen sie ein Fahrzeug mit LDS-Kennzeichen, sind längere Fahrten nach Berlin teurer als bei den Berliner Kollegen, weil unterschiedliche Tarife gelten. Durchgesetzt haben die LDS-Fahrer, dass sie sich in Schönefeld derzeit nicht in die Schlange einreihen müssen, sondern sich an der Spitze einordnen dürfen. Fahrgäste können aber auch in der Schlange das Taxi frei wählen und gezielt mit dem – derzeit noch – billigeren Berliner Kollegen fahren.

Nach den bisherigen Vorstellungen sollte in Zukunft generell bei Fahrten vom Flughafen nach Berlin der LDS-Tarif gelten, bei Fahrten aus der Stadt zum Flughafen aber die Berliner Preise gezahlt werden. Dagegen wehrt sich das Berliner Gewerbe vehement. Weil viele Taxameter nur zwei Tarifsysteme aufnehmen können, müsste in Berlin die Kurzstrecke entfallen. Außerdem könne der Fahrgast leicht betrogen werden, wenn ein Fahrer auch innerhalb Berlins den teureren LDS-Tarif einschalte, heißt es.

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